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EPA/DAVIS TURNER
Dass Wikipedia als Quelle für Uni-Arbeiten und Schul-Aufgaben nicht gern gesehen wird, ist kein Geheimnis. Als Referenz darf das freie Online-Lexikon in akademischen Kreisen schon gar nicht herangezogen werden. Dies heißt aber nicht, dass die hunderttausenden Artikel per se schlecht sind. Im Gegenteil, in ihnen birgt ein großer allgemeiner Nutzen.

Schulprojekt

Dies dachte sich laut einer Meldung von Arstechnica jüngst auch die Professorin Martha Groom der University of Washington-Bothell. Aber anstatt den Studenten Wikipedia als Quelle zu empfehlen, sollten die Lernenden anstelle ihrer Semester-Arbeit Wikipedia-Einträge erstellen. Auf diese Weise sollte den Arbeiten ein tieferer Sinn verleiht werden.

Groom stellte die Ergebnisse zum Projekt nun auf der EDUCAUSE-Konferenz vor. Die Professorin war davon ausgegangen, dass die Artikel die Studenten mehr anspornen würden, nachdem sie dadurch eine weit größere Leserschaft vor sich hätten als üblich. Zudem sollte die Aufgabe eine Vorbereitung auf die künftige Aufgabenstellung im Zuge einer wissenschaftlichen Tätigkeit sein - nämlich Wissen zu produzieren.

Ergebnis

Im Nachhinein empfanden die über 50 teilhabenden Studenten bis auf einen die Aufgabe als wertvoll und viele berichteten sich persönlich mehr eingebunden gefühlt zu haben. Groom selbst befand die Qualität der Artikel für überdurchschnittlich.

Dennoch, die Wikipedia-Gemeinde zeigte sich zum Teil wenig beeindruckt. Ein Eintrag überlebte nicht einmal 24 Stunden, nach seiner Online-Stellung. Vier wurden nach heftiger Diskussion zur Gänze gelöscht, die Inhalte wurden in andere Artikel eingebunden.

Zudem forderte die Beschaffenheit der Enzyklopädie die Erlernung der technischen Umsetzung von Arbeiten. Groom musste im Endeffekt mehr Zeit und Kraft in das Projekt investieren, als bei üblichen Semester-Arbeiten.

Aussicht

Trotz der kleinen Rückschläge schaffte es die Professorin einen allgemein nützlichen Weg zu finden, ihre Studenten für Arbeiten zu motivieren. Ob das vielversprechende Modell Schule macht, wird sich zeigen müssen. (zw)