Wien - Mit der Gründung einer Tochtergesellschaft in der kroatischen Hauptstadt Zagreb hat die Volksbank Invest einen weiteren Schritt in ihrer Osteuropastrategie gesetzt. Die Kapitalanlagegesellschaft der österreichischen Volksbanken ist zu 75 Prozent an der "VB Invest d.o.o." beteiligt, den Rest hält die Volksbank International AG, teilte die Volksbank am Mittwoch mit.

Zum Start wurden zwei Fonds in heimischer Währung aufgelegt. Im ersten Jahr möchte die Invest-Gesellschaft 13 Mio. Euro in Kroatien erwirtschaften.

In den meisten CEE-Ländern befinden sich Investmentfonds erst am Anfang einer voraussichtlich langfristigen Boomphase, erwartet Volksbank Invest. Belief sich das durchschnittliche Fondsvermögen Mitte 2006 pro Kopf in Europa und den USA auf mehr als 9.400 Euro, so bewegte sich die Durchschnittszahl in Polen, der Slowakei, Kroatien und der Tschechischen Republik nur jeweils zwischen 500 und 550 Euro, in Kroatien waren es zuletzt 502 Euro pro Kopf. In Österreich betrugt das durchschnittliche Fondsvermögen im Vorjahr pro Kopf mehr als 20.000 Euro.

Starkes Wachstum der Investmentfonds

Das Nettofondsvolumen lag 2006 in Kroatien nur knapp über 2 Mrd. Euro. In Österreich betrug es rund 165 Mrd. Euro. In den vergangenen Jahren hätten sich die Investmentfonds zu der am schnellsten wachsenden Finanzindustrie in Kroatien entwickelt. Die Zuwachsraten bewegten sich laut Volksbank Invest um 100 Prozent. Der kroatische Markt beginne gerade "so richtig zu performen", meinte Volksbank Invest-Geschäftsführer Manfred Stagl. Eine breite Bevölkerungsschicht würde sich nunmehr intensiver für Geldanlagen im Fondsbereich interessieren. Aus diesem Grund hätte die Volksbank Invest trotz des relativ späten Markteintritts "von Beginn weg sehr gute Marktchancen."

Den Startschuss zum verstärkten Osteuropa-Engagement hat die Volksbank Invest 2006 mit dem Aufbau eines Vertriebsteam und ersten CEE-Aktivitäten in Ungarn, Tschechien, Slowakei und Slowenien gesetzt. zudem gebe es Verhandlungen über einen Markteintritt in Bosnien, Serbien und Rumänien. (APA)