Wien - Franz Welser-Möst wird ab 2010 den neuen Titel "Generalmusikdirektor" in der Wiener Staatsoper führen. Dies sei nun "fix", sagte Welser-Möst nach einem "der vielen regelmäßigen" Treffen mit dem künftigen Direktor Dominique Meyer am Donnerstag zur APA, nicht ohne zu betonen, dass es ihm "nicht um Titel, sondern um die Sache" gehe. Finalisiert sei sein Vertrag noch nicht, Welser-Möst rechnet mit einer Unterzeichnung bis zur "Walküren"-Premiere am 2. Dezember.

Mit der "Walküre" startet die Wiener Staatsoper das Mammutunterfangen einer kompletten Neuinszenierung von Richard Wagners "Ring des Nibelungen". Regie führt Sven-Eric Bechtolf, die musikalische Leitung hat Franz Welser-Möst inne. Im hochkarätigen Sängerensemble finden sich u.a. Johan Botha, Nina Stemme, Eva Johansson, Deborah Voigt, Juha Uusitalo und Stephen Gould - ein "stimmlich maximal besetzter Ring", wie Holender bei der ersten Präsentation des Vorhabens sagte.

"Kein Staatsakt"

"Sowie der Vertrag fertig ist, wird er unterschrieben", und dies werde "kein Staatsakt" sein, sagte Welser-Möst, der die "Aufregung um diesen Vertrag überhaupt nicht verstehe". Er habe "keine schlaflosen Nächte", denn "wenn es um die Sache geht, wird sich alles andere auch regeln". Man sei "am besten Weg" zum Abschluss, die "amüsanten Spekulationen" um den bisher ausgebliebenen Abschluss "kosten mich nur ein Lachen". Einzig an die gut österreichische "Beamtensprache" in den Vertragsentwürfen habe er sich wieder gewöhnen müssen.

Vertrag per "Handschlag"

Dass er noch keinen Vertrag hat, habe ihn "nicht gehindert, sofort nach meiner Ernennung Pläne zu schmieden und aktiv auch mit Ioan Holender zusammenzuarbeiten", so Welser-Möst. "Ich habe ein Versprechen gegeben, das zu tun, und ich bin jemand, mit dem man auch per Handschlag einen Vertrag" machen kann.

Er werde von den Musikern im Haus mit "offenen Armen empfangen". Dass er nun "Generalmusikdirektor" werde, habe ihm Meyer telefonisch mitgeteilt. "Diese bürokratische Hürde ist genommen", sagt der aus Linz stammende Dirigent. "Das ist auch für das Haus eine neue Situation", und daher müssen seine Aufgaben "sehr genau festgeschrieben werden", betonte Welser-Möst.

Die Leitung Meyer/Welser-Möst soll laut Kulturministerin Claudia Schmied eine Tandem-Lösung sein - "ich bin erst einmal in meinem Leben Tandem gefahren, aber mir sind andere Sportarten lieber", so Welser-Möst mit einem Lachen auf die entsprechende Frage. "Ich kann Rad fahren, ich habe auch mit dem Mountainbike so meine Stürze gebaut." (APA)