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Foto: AP/HERIBERT PROEPPER
Tokio/Linz - Die oft geäußerte Vermutung "Hundebesitzer leben gesünder" ist nun erstmals mit einer großangelegte Studie in China wissenschaftlich zweifelsfrei bewiesen worden. Die Ergebnisse wurden kürzlich bei der 11. Tagung der IAHAIO (International Association of the Human-Animal Interaction Organizations) in Tokio vorgestellt, berichtete Kurt Kotrschal, der Leiter der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal in Oberösterreich, der an dem Kongress teilgenommen hat.

Bruce Headey von der Universität Melbourne und Fu Na sowie Richang Cheng von der Universität Peking haben für ihre Studie 3.031 Frauen mittleren Alters (25-40) aus drei Großstädten (je rund 1.000 Frauen) herangezogen, von denen die Hälfte mit Hunden lebten. Es zeigte sich, dass die Frauen mit Hund zu mehr Bewegung kamen, besser schliefen, sich selbst als fitter und gesünder betrachteten, weniger Krankenstandstage nahmen und weniger oft den Arzt aufsuchten, als die Frauen ohne Hund.

Keine Wunderwirkung

Diese Daten aus China sind umso aussagekräftiger, da in diesen Städten die Hundehaltung bis 1992 verboten war. Die Frauen hatten also entweder nie einen Hund oder aber erst in den vergangenen paar Jahren, was eine wesentlich klarere Unterscheidung von Hundehalterinnen und Nichthundehalterinnen als im Westen ermöglichte, machte Kotrschal aufmerksam. Damit ist für ihn erwiesen, dass ein Leben mit Hund das individuelle Wohlbefinden fördert und die Kosten für Gesundheitssystem und Wirtschaft wesentlich senken kann. Die reine Anwesenheit eines Hundes entfalte allerdings noch keine Wunderwirkung. Die deutsche Psychologin Andrea Beetz wies in ihren Untersuchungen nach, dass die Qualität der Bindung zwischen Menschen und Tier die positive Wirkung bestimmt.

Mensch-Tier-Beziehung

Die IAHAIO-Konferenz findet alle drei Jahre statt. Praxis und Wissenschaft sind gleichwertig vertreten. Das Feld der Teilnehmer umfasst Sozialberufe, Sozialwissenschafter, Psychologen, Mediziner und Biologen. Die Konferenz widerspiegelt die rasante Entwicklung der gesellschaftlichen Bedeutung der Mensch-Tier-Beziehung weltweit. So war Tokio mit über 1.200 Teilnehmern und etwa 200 Beiträgen nicht nur die größte Mensch-Tier-Konferenz aller Zeiten, sondern von der Dichte der wissenschaftlichen und fachlichen Qualität sicherlich auch die beste, urteilt Kotrschal.

Österreich trug zu dem Kongress in Tokio unter anderem die Ergebnisse von Studien bei, wonach das Wesen des Hundes stark vom Geschlecht und der Persönlichkeit seines Besitzers geprägt wird, sowie, dass weibliche Katzen häufiger als männliche Kontakte initiieren. (APA)