München - Im Siemens-Schmiergeldskandal hat der Konzern reuigen Mitarbeitern jetzt ein Amnestie-Angebot gemacht. Wer bis Ende Jänner freiwillig und vollständig über mögliche Verstöße gegen das Korruptionsverbot im öffentlichen Sektor informiere, müsse vonseiten des Unternehmens keine gravierenden Konsequenzen wie Schadenersatzforderungen oder Kündigungen befürchten, hieß es am Mittwoch in einem Rundschreiben des Zentralvorstands. Mitglieder des Top-Managements sind jedoch ausdrücklich ausgenommen.

In dem Rundschreiben wird betont, dass die Regelung nicht vor strafrechtlicher Verfolgung schütze. Jedoch werde man die Behörden in solchen Fällen auf die Kooperationsbereitschaft des Mitarbeiters hinweisen und "darauf hinwirken, dass die Kooperation entsprechend gewürdigt wird".

Leichtere Disziplinarmaßnahmen, wie Abmahnungen oder Versetzungen, behält sich Siemens auch bei aussagebereiten Mitarbeitern vor. Zugleich drohte der Konzern: Mitarbeiter, denen später Verstöße nachgewiesen werden, müssten mit "strengsten anwendbaren Disziplinarmaßnahmen" rechnen. Melden können sich die Beschäftigten unter anderem beim unternehmensinternen Helpdesk "Tell us". (dpa, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 1.11.2007)