Berlin - Der Aufschwung in der Industrie der Euro-Zone hat sich im Oktober weiter abgeschwächt. Damit liefen die Geschäfte der Industriefirmen so schlecht wie seit August 2005 nicht mehr. Grund war unter anderem die schwächere Entwicklung in Deutschland, aber auch in Spanien und Italien, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Freitag mitteilte.

Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex (EMI) für die Industrie der Euro-Zone sank auf 51,5 Punkte von 53,2 Zählern im September, wie das Institut mitteilte. Damit bestätigten sich die vorläufigen Berechnungen für den Gesamt-Index, der bereits vergangene Woche veröffentlicht worden war.

Mit einem Stand von über 50 Punkten signalisiert der Index zwar weiter Wachstum in der Industrie. Allerdings sank der Indikator zum vierten Mal in Folge und der Rückgang fiel so stark aus wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Wie aus der NTC-Umfrage unter rund 3.000 Unternehmen weiter hervorging, belastete die nachlassende Dynamik in Deutschland und anderen wichtigen Ländern der Euro-Zone den Gesamtindex. Die deutsche Industrie verzeichnete aber immer noch die besten Wachstumsraten der vier wichtigsten Länder in der Euro-Zone.

Export-Nachfrage sinkt

Auch die Produktion verlor weiter an Schwung, wie die Daten ergaben. Zwar liegt der endgültige Wert mit 52,6 Punkten etwas über der ersten Schätzung. Allerdings war der Rückgang auf 55,5 im September so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Die Neuaufträge legten zwar noch zu, allerdings nähern sie sich mit einem Stand von 50,7 Punkten allmählich der Stagnation an. Darin habe sich auch die schwächere Entwicklung bei den Exporten bemerkbar gemacht. Die befragten Unternehmen führten dies auf die geringere Nachfrage auf den Exportmärkten sowie den starken Euro zurück. Dieser sorgte indes für etwas Erleichterung bei den Kosten, und zwar dort, wo Einkäufe in Dollar getätigt wurden. Unter dem Strich verringerten sich die Kosten trotz des hohen Ölpreises etwas.

Die insgesamt schwächere Entwicklung sorgte folglich nicht für eine Verbesserung der Beschäftigungslage: Zwar stellten die Firmen noch neue Mitarbeiter ein, aber weniger als im Vormonat. (APA/Reuters)