London/Islamabad - Die pakistanische Oppositionspolitikerin und Ex-Premierministerin Benazir Bhutto sieht nach der Verhängung des Ausnahmezustands und der Suspendierung der Verfassung in ihrem Land die Gefahr einer "noch größeren Diktatur". "Es ist eine sehr schwierige Situation für das Land", sagte die Vorsitzende der Pakistanischen Volkspartei (PPP) am Samstag dem britischen Fernsehsender Sky News. "Statt uns in Richtung Demokratie zu bewegen, gehen wir rückwärts in Richtung noch größerer Diktatur."Benazir Bhutto rief die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Militärmachthaber Pervez Musharraf auszuüben, um das Ende des Ausnahmezustands zu erwirken. "Das Volk und ich, wir sind bitter enttäuscht", sagte sie. Zwar befinde sich Pakistan durchaus in einer Krise. Aber der Ausnahmezustand sei nicht der richtige Weg. Bhutto äußerte sich per Telefon von Pakistan aus. Dorthin war sie aus Dubai am Samstag nach Bekanntwerden der Maßnahme des Regimes zurückgekehrt. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP beobachtete in Karachi, wie Bhutto den Flughafen in Richtung ihres Hauses verließ. Begleitet wurde sie von "Lang lebe Bhutto!"-Rufen von Flughafen-Angestellten. (APA)