Seoul - Das abgeschottete Nordkorea will eine weitere Berggegend des Landes für südkoreanische Touristen zugänglich machen. Wie die offizielle Nachrichtenagentur KCNA berichtete, sollen die Touren zum Berg Paektu im Grenzgebiet zu China im Mai 2008 beginnen. Darauf hätten sich Nordkorea und die südkoreanische Hyundai-Industriegruppe geeinigt, die bereits seit neun Jahren ein Reiseprogramm für das Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste betreibt. Südkoreanische Regierungsbeamte und Vertreter Hyundais würden noch in diesem Monat die Gegend um Paektu inspizieren, berichtete am Sonntag die südkoreanische Agentur Yonhap.

Der geplante Ausbau des Tourismusgeschäfts ist eines der Ergebnisse des zweiten innerkoreanischen Gipfeltreffens Anfang Oktober, bei dem sich die Staatschefs beider Länder auf friedensfördernde Maßnahmen und den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit verständigt hatten. Die Einigung sieht vor, dass Südkoreaner mit dem Flugzeug direkt zum Paektu - die mit 2744 Metern höchste Erhebung auf der koreanischen Halbinsel - gebracht werden können. Nach Kumgang, dem bisher einzigen Gebiet in Nordkorea mit regelmäßigem Zugang für Südkoreaner, können Touristen mit dem Bus über die schwer bewachte innerkoreanische Grenze fahren.

Die Vorsitzende der Hyundai-Gruppe, Hyun Jung Eun, war in der vergangenen Woche in Nordkorea, um die Details für das neue Tourprojekt auszuhandeln. Nach Angaben Hyuns hat sich Hyundai die Exklusivrechte für 50 Jahre gesichert, um die Reisen nach Paektu zu veranstalten. Über die finanziellen Bedingungen wurde zunächst nichts bekannt. (APA/dpa)