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David Nalbandian ist zur Zeit in Topform.

Foto:Reuters/Tessier
Paris - Die Top Acht im Tennis-Champions-Race können sich glücklich schätzen, beim Auftakt des Masters-Cup in einer Woche unter sich zu sein. Denn stünde der nun neuntplatzierte David Nalbandian im Shanghai-Feld, wäre er der klare Titel-Favorit. Am Sonntag fertigte der Argentinier im ATP-Turnier-Finale von Paris den Spanier Rafael Nadal 6:4,6:0 ab und holte sich damit abermals als Ungesetzter seinen zweiten Masters-Series-Titel binnen 14 Tagen.

Davor war Nalbandian heuer bei 15 Anläufen nur einmal in ein Viertelfinale gekommen. Nun besiegte er vor zwei Wochen in Madrid mit Nadal (Viertelfinale/6:1,6:2), dem Serben Novak Djokovic (Halbfinale/6:4,7:6) und dem Schweizer Roger Federer (Finale/1:6,6:3,6:3) die Nummern zwei, drei und eins der Weltrangliste, sowie gab in Madrid abermals Federer (Achtelfinale/6:4,7:6) und eben Nadal das Nachsehen.

Er ist damit der erste Spieler überhaupt, dem bei zwei Turnieren Siege gegen die Top Zwei im Ranking gelangen und noch dazu je einmal in Finalspielen. Als angenehmes Nebenprodukt schob sich der Wimbledon-Finalist 2002 auch im Entry-Ranking auf Rang neun vor, als Nummer 21 war er in die Paris-Woche gegangen. Zuletzt hatte der Mann aus Cordoba Mitte Jänner ein einstelliges Ranking eingenommen, nämlich Position acht.

Das Paris-Endspiel hatte zwei Phasen. Bis zu Nalbandians Break zum 5:4 war es sehr ausgeglichen, danach machte Nadal nur noch sieben Punkte. "Nach dem Break habe ich gespürt, dass ich besser als er bin", erklärte Nalbandian nachher. "Ich war dann entspannter, habe von fast überall Winner geschlagen. So ging es bis zum Schluss. Ich habe die ganze Woche über großartig gespielt - und ich weiß nicht, warum es so einfach ging."

Mit seinem 2. Sieg im 2. Duell mit Nadal fügte Nalbandian diesem nicht nur dessen erste Paris-Schlappe im 26. Match zu, sondern verhinderte auch, dass der Iberer als zweiter Spieler nach dem US-Amerikaner Andre Agassi 1999 beide Turniere in der französischen Hauptstadt in einem Jahr gewinnt. Dafür triumphierte Nalbandian als erster Spieler seit dem Russen Marat Safin im Jahr 2004 bei beiden großen europäischen Hallen-Herbst-Events.

Nadal trug die Niederlage gefasst: "Der erste Satz war sehr gut, da hatte ich eine kleine Chance. Aber dann hat er sehr gut gespielt, er spielt mit unglaublichem Selbstvertrauen. Ich habe ihn noch nie so spielen gesehen. Er spielt derzeit besser als jeder andere." Wermutstropfen für Nalbandian bleibt die Schwäche gegen Stanislas Wawrinka. Seine Niederlagen gegen den Schweizer in Wien und Basel kosteten ihn das Masters-Cup-Ticket.

Ihren dritten Doppel-Turniersieg en suite feierten die US-Zwillinge Bob und Mike Bryan. Die Australian-Open-Sieger hatten sich zuvor schon in Madrid und Basel durchgesetzt, sind nun die klaren Masters-Cup-Favoriten.

Die Bryans fixierten ihren 44. Turniersieg und schlossen damit in der ewigen Doppel-Rangliste zu den Spaniern Sergio Casal/Emilio Sanchez auf. Nur Todd Woodbridge/Mark Woodforde mit 61 Erfolgen sowie Peter Fleming/John McEnroe und Bob Hewitt/Frew McMillan mit je 57 Triumphen haben öfter gewonnen. (APA/Si)