Villahermosa - Die Flut hat vielen Bürgern von Tabasco alles genommen. Nach tagelangem Regen in dem mexikanischen Bundesstaat waren den Behörden zufolge 850 Städte von Wassermassen überflutet, 80 Prozent des Landes standen unter Wasser. Im Überschwemmungsgebiet treibt der Mangel an Lebensmitteln viele Menschen zu Plünderungen. Die Pegel der Flüsse im Bundesstaat Tabasco seien indessen um mehr als einen Meter zurückgegangen, teilte die Nationale Wasserkommission (CONAGUA) am Sonntag mit.

Rund 1.000 Menschen stürmten am Samstagvormittag ein Einkaufszentrum in Villahermosa. "Die Menschen sind hungrig, wir wissen das", erklärte Tabascos Gouverneur Andres Granier nach dem Vorfall im mexikanischen Fernsehen. "Aber hungrig zu sein, rechtfertigt solch ein Verhalten und offene Angriffe nicht", fügte er hinzu. Den Behörden zufolge wurden 44 Menschen verhaftet. Wie ein AFP-Journalist berichtete, gingen auch am Sonntag die Plünderungen weiter. 7.500 Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Villahermosa schreckten die Plünderer nicht davon ab, in verlassene Häuser und Einkaufsläden einzusteigen.

Von Wassermassen eingeschlossen

Mehrere zehntausend Menschen waren in Tabasco weiter von den Wassermassen eingeschlossen. Allein in der Umgebung von Villahermosa saßen rund 80.000 Menschen fest. Bei Wasserständen von bis zu zwei Metern hatten viele vergeblich versucht, ihre Häuser zu verlassen. Drei Tage lang warteten sie darauf, dass ein Rettungsboot sie von ihren Hausdächern oder von Bäumen aufliest.

Bei den Gesundheitsbehörden wuchs unterdessen die Besorgnis, durch offene Abwasserkanäle und die Ausbreitung krankheitserregender Moskitos könnten Durchfall, Cholera und Denguefieber ausbrechen. (APA/AFP)