Kriminalisten mehrerer Staaten ist es gelungen, einen internationalen Kinderpornoring zu sprengen. Unter den rund 2.500 Kunden eines 42-jährigen Italieners, der Filme mit minderjährigen Mädchen aus der Ukraine und Belgien gedreht und verkauft hatte, waren unter anderem 13 Österreicher. Laut Bundeskriminalamt (BK) in Wien haben bereits acht Verdächtige gestanden, eine Person sitzt in Untersuchungshaft, der Rest wurde angezeigt.

Begonnen hat alles am anderen Ende der Welt: Beamte in Australien waren 2006 im Zuge von Internetrecherchen auf Videos mit kinderpornografischem Inhalt gestoßen. Schnell stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden "Darstellerinnen" um zwei belgische Mädchen im Alter von elf bzw. zwölf Jahren handelte, die vom Vater gezwungen worden waren, vor der Kamera zu posieren.

Eine weitere Spur führte die Ermittler schließlich nach Ferrara in Italien. Dort konnte der 42-jährige Sergio M. gerade noch rechtzeitig vor seiner bereits vorbereiteten Flucht festgenommen werden. Der Mann hatte zu diesem Zeitpunkt 70.000 Euro Bargeld bei sich - Einnahmen aus seinem virtuellen Kinderporno-Vertrieb. Seit geraumer Zeit war M. Besitzer eines professionellen Filmstudios in der Ukraine, wo er insgesamt 21 minderjährige Mädchen empfing, die von ihren Eltern dort abgeliefert wurden, die wiederum vom Italiener Geld dafür erhielten.

Erhebungen ergaben, dass bei dem 42-Jährigen knapp 50.000 Bestellungs-Mails aus 30 Ländern eingegangen waren. Darunter befanden sich auch 13 Österreicher - fünf aus Wien, vier aus Niederösterreich sowie je einer aus dem Burgenland, aus Kärnten, der Steiermark und aus Salzburg. Ein "Konsument" sitzt derzeit wegen der Herstellung und Verbreitung von Fotos mit kinderpornografischem Inhalt in einem anderen Fall in U-Haft.

"Die Hausdurchsuchungen sind abgeschlossen, nun beginnt die Auswertung der Computer (der Verdächtigen, Anm.). Das kann Monate dauern", sagte Harald Gremel vom BK im Gespräch mit der APA. (APA)