Foto: EPA/Claus Fisker

Anders Fogh Rasmussen

Der am 26. Jänner 1953 im jütländischen Ginnerup geborene Bauernsohn soll schon im Kindesalter beim Spielen die Rolle des Regierungschef geübt haben. Er hat eine klassische Politikerkarriere hinter sich: Mit 22 Jahren zog er für die rechtsliberale "Venstre"-Partei ins Parlament in Kopenhagen ein. Von 1987 bis 1992 bekleidete er zuerst das Amt eines Finanz- und anschließend das des Wirtschaftsministers. Seit dem Sieg bei der Parlamentswahl 2001 führt er eine Rechtskoalition seiner Venstre mit den Konservativen, die im Jänner 2005 wiedergewählt wurde. Als Mehrheitsbeschafferin diente bisher die ausländerfeindlichen Dänische Volkspartei.

Fogh Rasmussen gilt als Bilderbuch-Wirtschaftsliberaler, der nicht vor harten Reformen zurückschreckt. Europapolitisch war der Abschluss der EU-Erweiterungsrunde im Dezember 2002 sein größter Erfolg. Angeeckt ist er mit seiner als zu hart kritisierten Ausländerpolitik und seiner vorbehaltlose Unterstützung der USA im Irak-Krieg. Auch für die Handhabung der Krise rund um die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed musste der 54-Jährige Kritik einstecken. Fogh Rasmussen hatte zwei Monate vor Ausbruch weltweiter Proteste den Botschaftern mehrerer islamischer Länder den Dialog verweigert. Der amtierende Ministerpräsident ist seit fast 30 Jahren mit seiner Frau Anne-Mette verheiratet. Das Paar hat drei erwachsene Kinder.

Foto: EPA/Claus Fisker

Helle Thorning-Schmidt ist, wie ihre Kollegin Mona Sahlin im benachbarten Schweden, die erste Parteichefin in der Geschichte der Sozialdemokratie ihres Landes. Sie löste im April 2005 Mogens Lykketoft nach dessen Wahldebakel gegen Anders Fogh Rasmussen ab. Die am 14. Dezember 1966 geborene Politikwissenschaftlerin gilt eher als Vertreterin des Mitte-Flügels der Sozialdemokraten, die in vielen Sachfragen wie etwa der Lohnpolitik nicht all zu weit von den Positionen der Rechtsparteien entfernt ist.

Als Hauptthema für ihren Wahlkampf hat sich die 40-Jährige die Verbesserung der Wohlfahrt für die Dänen auf die Fahnen geheftet. Die sich meist urban-schick kleidende Sozialdemokraten-Chefin gilt nicht zuletzt wegen ihrer sympathischen Ausstrahlung und ihres soliden Lebenswandels als härtere Gegnerin für Fogh Rasmussen als ihr aus dem linken Lager stammender und mit einem turbulenten Privatleben belastete Vorgänger Lykketoft. Thorning-Schmidt ist mit Stephen Kinnock, einem Sohn des britischen Ex-Labourchefs und früheren EU-Kommissars Neil Kinnock, verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter.

Foto: EPA/Keld Navntoft

Naser Khader betrat die politische Hauptbühne Dänemarks im Mai dieses Jahres mit der Gründung der sich als Mitte-Partei definierenden "Neuen Allianz". Davor hatte der Sohn palästinensisch-syrischer Einwanderer über 20 Jahre lang der sozialliberalen "Radikale Venstre" angehört, für die er seit 2001 auch im Parlament gesessen war. Bekanntheit erlangte Khader ein halbes Jahr vor seinem Parteiaustritt, als er als Muslim im sogenannten Karikaturen-Streit um die Darstellungen des Propheten Mohammed eine liberale Haltung vertrat und die Meinungsfreiheit in Dänemark ausdrücklich verteidigte. Dafür erhielt er sogar Todesdrohungen von islamistischen Extremisten.

Khader wurde am 1. Juli 1963 in Damaskus geboren und kam als Elfjähriger mit seiner syrischen Mutter und den vier Geschwistern nach Dänemark, wo sein aus Palästina stammender Vater Ahmed Abu Khader Zuflucht gefunden hatte. Naser studierte Politikwissenschaft an der Universität in Kopenhagen und arbeitete in den 80er und 90er Jahren unter anderem als Dolmetscher sowie als Berater des Dänischen Rundfunks in Islamfragen und für eine Immobiliengesellschaft. Naser Khader lebt mit der dänischen Juristin Bente Dalsbaek als Partnerin in einer Lebensgemeinschaft. Dalsbaek schrieb die Erfahrungen mit ihrer syrischen Schwiegermutter und mit dem Leben in einer dänisch-arabischen Familie in einem 2006 erschienenen Buch nieder. (APA)