Wie in der Türkei selbst reden die Vertreter der Kurden und Türken auch in Österreich nicht miteinander. „Wenn die Menschen kommunizieren, dann am Arbeitsplatz“, sagt Ali Can, Sprecher des kurdisch-österreichischen Vereins Feykom, der enge Kontakte zur PKK hat. Schuld daran sind für Can die Türken. „Für die türkischen Vertreter gibt es keine Kurden. Wenn wir organisiert sind, bezeichnen sie uns als Seperatisten oder Terroristen.“

Dafür dass die Stimmung zwischen Türken und Kurden auch in Österreich derart angespannt ist, macht Can die türkischen Medien verantwortlich. „Die Türken beziehen die Fernsehsender aus ihrer alten Heimat via Satellit. Seit Monaten wird in den Programmen gegen die Kurden gehetzt.“ Dadurch bleibe der Bürgerkrieg nicht auf die Türkei begrenzt, sondern erhöhe die Spannungen in ganz Europa.

Dabei seien es oft alltägliche Streitereien, die politisiert werden können. Die Kurden in Österreich hätten jedenfalls kein Interesse an Gewalt, weil das ihrer Sache nur schaden würde. Can: „Wir wollen durch friedliche Proteste und Aktionen auf uns aufmerksam machen. Nicht durch Gewalt.“ (András Szigetvari/DER STANDARD, Printausgabe, 6.11.2007)