Wien - Bei den Gesprächen über den künftigen Status des Kosovo am Montag in Wien sagte der EU-Vertreter der Kosovo-Troika, Wolfgang Ischinger, dass ein "kleiner Zeitdruck" durchaus hilfreich sein könnte. Gemeint ist die Frist 10. Dezember, bis zu der die Troika dem UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon einen Abschlussbericht übergeben soll. Das 14-Punkte-Dokument, über das verhandelt wurde, sei "Status-neutral", betonte Ischinger. Damit wies er die Ansicht der Kosovo-Albaner zurück, dass das Dokument die Basis für ihren "Freundschaftsvertrag zwischen zwei Staaten" sei. Das serbische Team wird von Präsident Boris Tadic und Premier Vojislav Kostunica angeführt, die kosovo-albanische Delegation von Präsident Fatmir Sejdiu und Premier Agim Ceku. Der ehemalige stellvertretende UN-Chefunterhändler Albert Rohan sieht wenig Chancen auf eine Einigung. "Ein internationaler Konflikt kann nicht auf dem Verhandlungstisch gelöst werden, wenn nicht ein Minimum an politischem Willen vorhanden ist", sagte Rohan. Die UNO könne nun den Konflikt ungelöst lassen - mit allen negativen Konsequenzen. "Oder man löst es in Form eines 'settlements', das beiden Parteien aufgezwungen wird und wo vielleicht eine Partei nicht damit einverstanden ist", sagte Rohan. (APA, Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 6.11.2007)