In der Bezirkshauptstadt Multan kam es am Dienstag zu schweren Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Anwälten und der Polizei.

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Auch am Montag wurde in Multan eine Demonstration gegen die Verhängung des Ausnahmezustands mit Gewalt aufgelöst.

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Multan - Drei Tage nach der Verhängung des Ausnahmezustands in Pakistan dauern die Proteste gegen Staatschef Pervez Musharraf an. In der Stadt Multan gingen am Dienstag etwa 1000 Juristen auf die Straße und lieferten sich nach Berichten von Augenzeugen schwere Zusammenstöße mit der Polizei. Mindestens drei Menschen wurden verletzt, zwei davon bluteten aus Platzwunden am Kopf.

Die Anwälte warfen mit Steinen, als sie von mehreren Hundertschaften der Polizei daran gehindert wurden, das Gelände des Bezirksgerichts zu verlassen. Die Polizei warf Steine zurück und ging mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Außerdem drangen Polizisten in den "High Court" von Multan ein und nahmen mindestens sechs Anwälte fest. In der Hauptstadt Islamabad zogen mehrere Hundert Anwälte zum Bezirksgericht und beschimpften Musharraf als "Verbrecher".

Die Juristen sind besonders aufgebracht über die Entmachtung des Obersten Gerichtshofes, der in dieser Woche über die Zulässigkeit der Wiederwahl Musharrafs entscheiden sollte. Ähnliche Demonstrationen am Montag wurden von der Polizei gewaltsam aufgelöst. Nach Angaben der Opposition wurden bisher mehr als 3.500 Personen verhaftet, die Zahlen der Regierung sind etwa halb so hoch. (APA/AP)