Lektüretipp: Klaus Dermutz: "Tragikomiker: Ignaz Kirchner / Martin Schwab", edition burgtheater im Deuticke Verlag, 304 S., ISBN 978-3-552-06064-7, 25,60 Euro

Cover: Deuticke

Bild nicht mehr verfügbar.

Martin Schwab in einer seine zalreichen Rollen - Hier in "Der Hauptmann von Koepenick".

Foto: APA/ROBERT JAEGER
Wien - Am Freitag (9.11.) feiert Martin Schwab seinen 70. Geburtstag als Pfrim in einer Festvorstellung von Nestroys "Höllenangst". Das Burgtheater wird dem Kammerschauspieler im Anschluss an die Vorstellung bei offenem Vorhang auf der Bühne gratulieren.

In der Schule bei Susi Nicoletti

Martin Schwab wurde 1937 in Möckmühl, Württemberg, als viertes von acht Kindern geboren. Er studierte an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin und kam im Rahmen eines Austauschstipendiums erstmals 1962 nach Wien ans Max-Reinhardt-Seminar, wo u.a. Fred Liewehr und Susi Nicoletti seine Lehrer waren. Das Burgtheater kam ihm damals "so fremd, so verstaubt, so altmodisch vor. Im gleichen Jahr trat er sein erstes Engagement an der Landesbühne Rheinland-Pfalz an. Über Oldenburg und Ulm kam er 1972 an das Staatstheater Stuttgart, wo 1974 Claus Peymann Schauspieldirektor wurde. Ihm folgte er 1979 nach Bochum und später, nach einem Intermezzo in Frankfurt, auch nach Wien.

Salzburger Festspiele

In Österreich wurde Martin Schwab zunächst durch die Salzburger Festspiele bekannt, wo er u.a. in der Regie von Wim Wenders in Peter Handkes "Über die Dörfer" und in Thomas Bernhards "Der Theatermacher" in der Regie von Claus Peymann spielte. Mit dieser Inszenierung kam er 1986 als Gast ans Burgtheater und ist hier seit 1987 festes Ensemblemitglied. 1992 erhielt er für die Darstellung des Kleinstadtpfarrers Bley in Turrinis "Tod und Teufel" die Kainz-Medaille, 1995 den Titel Kammerschauspieler, 2000 den Nestroy-Preis als "Bester Nebendarsteller" für den Bischof Gregor in Grillparzers "Weh dem, der lügt!". 2003 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen für die Verdienste der Stadt Wien ausgezeichnet. (APA)