Chicago - Zugvögel haben einen untrüglichen Orientierungssinn, wenn es darum geht, ihren saisonbedingten Weg in den Süden zu finden. US-Wissenschaftler haben im Experiment nun nachgewiesen, dass die Tiere das Wissen über die Flugrouten offenbar bereits ins Nest gelegt bekommen. Exemplare der in Nordamerika beheimateten Lincoln-Ammer seien auch dann noch in der Lage, die Flugroute in die warmen mexikanischen Überwinterungsgefilde zu finden, wenn sie fast 4.000 Kilometer von ihrem gewohnten Abflugort entfernt ausgesetzt werden, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie.

Die Vogelkundler brachten 30 der kleinen Singvögel mit dem lateinischen Namen Melospiza lincolnii per Flugzeug von Seattle im Nordwesten der USA über 3700 Kilometer nach New Jersey an die Ostküste.

Präpariert mit einem kleinen Sender zwischen den Flügeln wurden die Vögel mit der markanten braunen, von weißen Mittelstreifen gezeichneten Haube ausgesetzt. Die Wissenschaftler verfolgten ihren Flug zunächst vom Boden und später von Kleinflugzeugen aus. Dabei beobachteten sie, dass die 15 erwachsenen Ammern nach drei Tagen Richtung Südwesten flogen, während sich die 15 Jungtiere gradewegs gen Süden aufmachten.

Programmierung

Das sei erstaunlich, da die Jungvögel noch nie zuvor die Wanderung in den Süden erlebt hätten, und damit ein Beweis für die Programmierung der Tiere auf die richtige Zugvogelroute von Geburt an, heißt es in der Studie in den Annalen der Nationalen Akademie der Wissenschaften. (APA/red)