Mit Plakaten wie diesem will man Werbung für den „Rest der Erdwissenschaften“ machen.

Foto: Geologische Bundesanstalt
Von allen Geowissenschaften interessiert Laien am ehesten die Meteorologie. Die Paläontologie gelangt mit bemerkenswerten Ausgrabungen immer wieder einmal ins Rampenlicht, doch der Rest der Erd- oder Geowissenschaften, wie etwa Geografie, Mineralogie oder Geologie, führt im Bewusstsein der meisten Menschen ein eher verborgenes Leben. Dabei haben sie allerhand zu bieten, und zwar nicht nur in der Grundlagenforschung, sondern auch auf Gebieten wie Katastrophenvorhersage oder Entwicklungshilfe.

Die UNO-Generalversammlung hat das Jahr 2008 zum International Year of Planet Earth (IYPE, Internationales Jahr des Planeten Erde) ausgerufen. Im Zuge dessen soll nicht nur der Austausch zwischen den weltweit rund 250.000 Geowissenschafterinnen und -wissenschaftern, die in insgesamt 117 Ländern der Erde forschen, verbessert werden. Zahlreiche internationale und nationale Veranstaltungen und Projekte sollen die Bedeutung und den Nutzen der Erdwissenschaften für die Gesellschaft und für nachhaltige Entwicklung auch einer breiteren Öffentlichkeit deutlich machen.

Plakatreihe

In Österreich beginnen die Aktivitäten zum Internationalen Jahr des Planeten Erde mit einer vom Wissenschaftsministerium finanzierten Plakatreihe: An 800 Stellen in Österreich werden bis Ende November dreiteilige Plakate mit den Aufschriften „Geologie ist Genuss“, „Geologie ist Gefahr“ und „Geologie ist Alles“ zu sehen sein, wobei die Geologie stellvertretend für alle Erdwissenschaften genannt wird. Zusätzlich gibt es den eben im Böhlau-Verlag erschienenen „Geo-Atlas Österreich“, der in dieselben drei Großkapitel gegliedert ist.

Die Geologie blickt in Österreich übrigens auf eine lange Geschichte zurück: 1849 wurde die k. k. geologische Reichsanstalt und damit der erste geologische Dienst Kontinentaleuropas gegründet, und die Österreichische Geologische Gesellschaft in Wien feiert dieser Tage ihr 100-jähriges Bestehen. Den Bogen zum Heute schlägt die Tagung „Geologie ist Zukunft“, die im September 2008 in Wien stattfindet.

Und weil Österreich auch ein Land der Schöngeister ist, wurde zum Auftakt des IYPE neben der Plakatkampagne und dem Geo-Atlas auch ein 222 Quadratmeter großes Mosaik von Christian Ludwig Attersee mit dem Titel „Reichtum Erde“ in der Geologischen Bundesanstalt in Wien präsentiert. (Susanne Strnadl/DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2007)