"Nicht mehr unsere Angelegenheit", lautet die Aussage von ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer zur Bawag, deren neuer Eigentümer Cerberus nun eine klassische US-turbokapitalistische "Umstrukturierung" durchführt. Stimmt ja, denn der ÖGB hat die Bawag verkauft (verkaufen müssen) und damit die Frage "Können Gewerkschaften mit ihrem eigenen Vermögen ordentlich umgehen?" ein weiteres Mal (vorher: Konsum) ziemlich eindeutig beantwortet. Wenigstens gingen aber keine Kundengelder verloren.

Auf der anderen Seite des österreichischen politischen Spektrums, in der Welt der Finanz-Smarties, die zwischen 2000 und 2006 ein gutes Stück der staatlichen Wirtschaft übernommen haben, sieht es auch nicht so toll aus.

Wie profil jetzt darlegt, hätte der Verkauf der Bundeswohnungsgesellschaft (Buwog) an private Immobilienfirmen unter Karl-Heinz Grasser einiges an Mehrerlös bringen müssen. Federführend war ein Grasser-Mitarbeiter, der als Finanzmarktaufsichtler bei Grassers nunmehrigem Arbeitgeber Meinl auch keine Lorbeeren sammelte. Aber verkauft ist verkauft - auch sie können cool sagen: "Nicht mehr unsere Angelegenheit." (Hans Rauscher, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.11.2007)