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Der UNO-Sondergesandte Ibrahim Gambari (links) bei einem Treffen mit dem Arbeitsminister der Militärjunta U Aung Kyi bei einem Treffen am 4. November. Ein Dreiergespräch mit der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi lehnt die Regierung ab.

Foto: APA/EPA/Unic Yangon
New York/Rangun - Die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat der seit 45 Jahren herrschenden Militärjunta einen Sinneswandel bescheinigt. Die Generäle seien ernsthaft gewillt, für die nationale Aussöhnung zu arbeiten, sagte Suu Kyi am Freitag bei einem Treffen mit Mitgliedern ihrer Nationalliga für Demokratie (NLD). "Sie ist zuversichtlich", schilderte ein Parteisprecher die Stimmung der 62-jährigen Friedensnobelpreisträgerin. Das Treffen Suu Kyis mit Vertretern der NLD in Rangun war das erste dieser Art seit drei Jahren.

Suu Kyi hatte sich nach einem Gespräch mit dem UN-Sondergesandten Ibrahim Gambari zum Dialog mit den Militärs bereit gezeigt. "Im Interesse der Nation stehe ich bereit, mit der Regierung zu kooperieren, um diesen Prozess des Dialogs erfolgreich zu machen." Suu Kyi traf am Freitag erneut mit dem von der Junta nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung im September eingesetzten Vermittler Aung Kyi zusammen. Der General fungiert als Verbindungsmann zur Opposition.

Ungeachtet aller Zuversicht rechnet Suu Kyi nicht mit dem baldigen Ende ihres jahrelangen Hausarrests. Sie habe die NLD gebeten, zwei Verbindungsleute zur Regierung zu benennen, sagte der Parteisprecher.

Suu Kyi mit Junta-Verbindungsmann zusammen getroffen

Suu Kyi ist am Freitag in Rangun mit dem Verbindungsmann des Militärregimes, Aung Kyi, zusammengetroffen. Die Junta hatte den stellvertretenden Arbeitsminister Anfang Oktober mit den Kontakten zur Opposition beauftragt. Direkt im Anschluss an die Unterredung sollte die seit vielen Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin erstmals seit drei Jahren wieder mit Mitgliedern ihrer Nationalen Liga für Demokratie (NLD) sprechen dürfen. Die NLD hatte 1990 Wahlen zu einer Verfassungsgebenden Nationalversammlung mit Vierfünftelmehrheit gewonnen, doch hatte das Militär die Machtübergabe verweigert und die Wahlen annulliert.

"Unerschütterlicher Rückhalt"

Suu Kyi dankte in ihrer Erklärung den Vereinten Nationen für den "unerschütterlichen Rückhalt" im Interesse der nationalen Versöhnung. Ein erstes Treffen am 25. Oktober mit Arbeitsminister Aung Kyi, dem neu ernannten Kontaktmann der Junta zu ihr, sei "konstruktiv" verlaufen, sie freue sich auf regelmäßige Diskussionen, ließ sie erklären. "Ich erwarte, dass diese Phase der vorbereitenden Gespräche bald endet, so dass ein gehaltvoller und zeitlich begrenzter Dialog mit der SPDC-Spitze (der Regierung von Burma) beginnen kann."

Gambari war Stunden zuvor in einer Residenz der Militärregierung in Rangun mit der Oppositionspolitikerin zusammengetroffen. Die UNO sprach anschließend in einer Erklärung von "Fortschritten". Jetzt sei ein Prozess im Gang, der "je früher, desto besser" zu einem "wichtigen Dialog" zwischen der Regierung und Suu Kyi führen könne. Gambari sei eingeladen worden, erneut nach Burma zu kommen und werde dies möglicherweise "in den kommenden Wochen" tun.

Dreiergespräch abgelehnt

Der nigerianische Sondergesandte hielt sich zu seiner zweiten Vermittlungsmission seit dem brutalen Vorgehen der Militärs gegen die friedliche Demokratiebewegung in Burma im September auf. Seinem Vorschlag zu einem Dreiergespräch zwischen Aung San Suu Kyi, dem Kontaktmann der Junta und ihm erteilten die Militärs eine Absage. Bei seinem ersten Aufenthalt hatte Gambari die Oppositionsführerin zweimal gesehen.

Am Sonntag reist auch der UNO-Menschenrechtsbeauftragte Paulo Sergio Pinheiro, dem seit 2003 die Einreise verwehrt worden war, für fünf Tage nach Burma. Er will unter anderem ermitteln, wie viele Menschen bei der Niederschlagung der von Mönchen angeführten Protestbewegung gegen die Junta Ende September getötet wurden, und sich für die Freilassung der zahlreichen festgenommenen Regierungskritiker einsetzen.

Bei der Niederschlagung von friedlichen Massenprotesten buddhistischer Mönche und Zivilisten im September waren nach offiziellen Angaben zehn Menschen, nach Dissidentenschätzungen mindestens 200 Menschen ums Leben gekommen. (Reuters/APA)