Wien - Bundeskanzler Alfred Gusenbauer sieht in dem am Mittwoch im Ministerrat beschlossenen Einsatz österreichischer Soldaten im Tschad "keinerlei Widerspruch zur Neutralität". "Das ist eine humanitäre Aktion", sagte der Kanzler nach der Sitzung vor Journalisten. Auch Vizekanzler Wilhelm Moltere steht voll und ganz zu dem geplanten Einsatz. Er sieht eine "ganz entscheidende und wichtige Verpflichtung für Österreich".

Der Vizekanzler hält es für richtig, dass in diesem Bereich zwar diverse Punkte diskutiert worden waren, auf jeden Fall müsse man diesem Einsatz erfüllen. "Ich halte es für wichtig, dass Österreich sich dieser solidarischen Verpflichtung stellt", so Molterer.

Pochen auf Solidarität

Auch Gusenbauer pocht im Falle des Tschad-Einsatzes auf die Solidarität Österreichs: "Es steht auch außer Beweis, dass Österreich seine Neutralität nie verstanden hat als ein ins Abseits stellen." Der Ministerratsbeschluss kommt nun in den Hauptausschuss zur Behandlung.

Verteidigungsminister Norbert Darabos hatte am Dienstag-Abend Kritik an der Mission der Österreicher zurückgewiesen. "Dieser Einsatz ist explizit bestens vorbereitet", sagte er dem ORF "Report". Es habe eine Vorlaufzeit über mehrere Monate geben. Das Bundesheer sei "bestens gerüstet". Die Soldaten "brennen auf diesen Einsatz", so Darabos, der erneut betonte, dass dieser zwar nicht ungefährlich sei. Aber: "Der Bürgerkrieg ist nicht im Tschad, sondern im Sudan." Österreich werde sich "neutral" und unparteiisch verhalten. Er, Darabos, stehe dazu: "Der Einsatz ist richtig." (APA)