Graz - Dass auch Langzeitarbeitslose in die Erwerbstätigkeit zurück finden können, bewies ein Pilotprojekt im obersteirischen Bruck/Mur. Nach finnischem Vorbild wurde arbeitsmarktfernen Personen Hilfe beim Abbau ihrer persönlichen Beschäftigungshindernisse angeboten. Ein Drittel der Teilnehmer konnte wieder in Jobs gebracht werden. Das Projekt wurde von Land Steiermark und AMS kofinanziert.

Mit Hilfe von Einzelbetreuung sollte eine Integration in das soziale Leben erfolgen. Das Projekt vermittelte Personen zu passenden Angeboten wie Schuldnerberatung, Wohnungsvermittlung oder Therapie, damit sie wieder "Schritt für Schritt ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen" beginnen, erklärte Andrea Lang, Sozialbetreuerin des Projektes.

Bei drei Viertel erfolgreich

Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass drei Viertel der Gruppe mit Hilfeleistungen wieder beschäftigungsfähig gemacht werden könnten. Insgesamt hätten bisher 38 Personen teilgenommen, 19 seien ausgeschieden. Von letzteren hätten sechs einen Arbeitsplatz sowie fünf einen Qualifizierungsplatz erhalten, so Lang. Die anderen Teilnehmer seien krankheitsbedingt bzw. wegen Schwangerschaft ausgestiegen. Die Kosten von rund 2.000 bis 3.000 Euro pro Person (Kosten für Fachberatungen exklusive, Anm.) tragen das Land Steiermark sowie das AMS. Laut dem Landes-Sozialreferenten Kurt Flecker und dem AMS vor einem Jahr in Auftrag gegeben, wurde Flecker hätten allein im Bezirk Bruck/Mur 136 Personen diese intensive Einzelbetreuung nötig - steiermarkweit wären es rund 4.000.

Der Soziallandesrat sah auch jetzt den richtigen Zeitpunkt für die Bemühungen, "berücksichtigt man, dass die Mindestsicherung kommt". Diese werde "ja nicht für die Gesellschaft als Faulbett gemacht". Derartige Modelle sollten österreichweit mit der Mindestsicherung einhergehen, damit die Integration dieser Personen geschafft werden kann. Gespräche über eine Ausweitung des Projektes würden derzeit mit der Stadt Graz und dem Bezirk Hartberg laufen, so Flecker. (APA)