Carmen Brucic zeigt "Symmetrien des Abschieds" in der Galerie Charim.

Foto: Galerie Charim

"Lovepangs" titelte ein Projekt von Carmen Brucic, in dem sie sich mit Jeanette Müller um die "Gesellschaft der Liebeskranken" verdient gemacht hat.

Jetzt zeigt sie in der Galerie Charim "Symmetrien des Abschieds" – Liebesschmerz in Fotos und Diainstallationen. Dass Carmen Brucic nach ihrem Studium vor allem im Theaterbereich gearbeitet hat, ist in der Galerie Charim unübersehbar: In drei "Akte" unterteilt, eröffnet die Künstlerin im ersten Raum der Galerie mit abstrahierten Fotografien eines Kusses quasi rückwirkend eine Liebesgeschichte, deren Ende in weiterer Folge entlang von Diaprojektionen und großformatigen Fotografien aufgearbeitet wird.

Als Inspirationsquellen für ihre Phänomenologie des Liebesschmerzes dienten Texte von Rimbaud und Borges, deren "Phantome der Sehnsucht" in der Ausstellung gleich mehrfach zu sehen sind. Zunächst findet man sie in den abstrakten Fotografien, mit denen die Künstlerin auf das notwendige "Auslöschen" des Liebesobjektes verweist, und dann tauchen sie auch in der Diainstallation im zweiten Raum auf: Auf zwei gegenüberliegenden Wänden sind die Abbildungen eines mit Vanitas-Symbolen und Lilien ausgestatteten Zimmers mit Aussicht zu sehen, auf die die Künstlerin den Körper einer Frau projiziert.

Brucic bezieht sich damit auf das Phänomen, dass man sich nach einer Trennung immer wieder an die Orte vergangener Begegnungen zurückfantasiert; so sympathisch dieser Ansatz auch ist: Im Gegensatz zu dem Projekt "Lovepangs", in dem sie Liebeskummer noch öffentlich diskutiert haben wollte, wird damit leider auch das Thema wieder ins Weltabgewandte und Geheimnisvolle zurücktransferiert. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.11.2007)