Graz - "Wir haben diese Einigung nicht gebraucht. Für uns ändert sich lediglich, dass wir nicht mehr jedes Jahr um Genehmigungen ansuchen müssen", erzählt Gudrun Finder, Italienischlehrerin an der Grazer Klusemannschule. Das Gymnasium lebt seit 16 Jahren den Versuch der Kooperativen Mittelschule, das heißt die Lehrer des Gymnasiums unterrichten auch an fünf verschiedenen Hauptschulen um und in Graz. Das Modell Klusemannschule soll zum Teil in das neue Modell eingeflossen sein.

Welche Modellregionen sich in der Steiermark, wo ja auch die Landes-VP schon länger aufgeschlossen für die Idee der Gesamtschule war als ihre Mutterpartei, an der Neuen Mittelschule beteiligen werden, steht auch hier noch nicht fest. Sehr wahrscheinlich werden allerdings alle fünf Hauptschulen der weststeirischen Region um Voitsberg und Köflach mit dem HAK Voitsberg und der AHS Köflach aufspringen. Diskutiert wird auch im obersteirischen Bezirk Murau.

Der steirische Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz freut sich über das "wachsende Interesse der Schulen", fordert aber das Ministerium auf, rasch konkrete Zusagen über die für die Modellregionen zur Verfügung stehenden zusätzlichen Ressourcen bekanntzugeben. "Für die Schulen ist das eine essenzielle Frage, die wir ihnen so schnell wie möglich beantworten können müssen, um ihre Kooperationsbereitschaft nicht durch Zweifel unnötig zu bremsen." (Colette M. Schmidt/DER STANDARD Printausgabe, 8. November 2007)