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Die Gänse sind reif...

Foto: APA/dpa/Ulrich Perrey
Das Gute zuerst: Die Gänse sind reif. An die 300.000 Stück des zu 90 Prozent importierten Gefleischels werden jetzt wieder in die heimischen Le-Creuset- und WMF-Bräter geschafft, um in gourmetter Gesellschaft (im Falle Steffi Wergers laut Bekunden auch gerne mal mutterseelenallein) verzehrt zu werden. Dazu, davor oder danach vielleicht ein paar der zwölf (!) von der kennerischen EU rechtzeitig "geschützten Produkte" wie Paznauner Almkäs oder Wachauer Marillenmarmelade und - ja, es ist ein gesegnetes Land.

Wo anderswo freudlos vor sich hin vegetiert, niederen Instinkten gefrönt und mannigfach Ungeschütztes verschlungen wird, schwingt sich der Hiesige, ganz Connaisseur und Schöngeist, empor, um die Welt ("Endlich. Österreich.") zu sublimieren. Wie praktisch, dass dieses Land kaum von verkopften Knarzereien wie Bildung, Forschung (Hallo, laut Umfrage Österreichs "bekanntester Wissenschaftler", Herr Broukal!) oder neuen Technologien an seiner Berufung gehindert wird. Und, dass sich das weite Land der österreichischen Seele so schön in die Schlüsselwörter heimischen Unternehmergeists fassen lässt. Seit gefühlten 25 Jahren kann z. B. nur der dithyrambische Terminus "Genuss" (-Salon, -Atelier, -Welt, -Akademie, -Marathon, -Createur etc.) ausdrücken, was dem verkehrenden Fremden oder dem heimischen Phäaken überall sonst als Abzocke per Hyperkalorismus und/oder Alkoholisierung deuchte.

Genuss! Lebensfreude. Erlebnis. Wohlfühl. Und nicht zu vergessen: Region. Ihr ist es zu verdanken, dass neuerdings auch "der Geschmack der Wahrheit" zu kaufen ist - in Form von "ursprünglicher", also wunderbarerweise aus einer "Region" kommender Milchware beim Hofer.

Das Beste zuletzt: Auf der Anuga, der jüngst zelebrierten Kölner "Food-Messe", bedachte das iTQi (International Taste & Quality Institute) einzig das Partyferkel mit drei Sternen. Gratulation nach Oberösterreich, Firma Grilly! (Una Wiener/Der Standard/rondo/09/11/2007)