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In Finnland herrscht nach dem Amoklauf Trauer und Fassungslosigkeit

Foto: AP/ PETER DEJONG
Helsinki - Einen Tag nach dem Blutbad in der finnischen Schule herrscht im ganzen Land Trauer und Fassungslosigkeit. Die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden in Finnland sind auf Halbmast. Auch viele Privatleute hissten Flaggen vor ihren Häusern auf Halbmast. Die Regierung von Ministerpräsident Matti Vanhanen verhängte eine eintägige Staatstrauer. Motiv ein Rätsel

Über das Motiv des Täters herrscht weiter Rätselraten. Eine Erklärung versucht die Polizei in den Einträgen auf der Website des Täters und seinem Sozialverhalten zu finden. Der Maturant war Mitglied in einem Schützenverein und hatte seit dem 19. Oktober eine Lizenz für eine Kleinkaliber-Pistole.

In der Schule schikaniert

Ein Polizeisprecher erklärte, bei dem Täter handle es sich um einen Außenseiter, der in der Schule schikaniert worden sei. Er scheint wahllos auf seine Opfer gezielt zu haben. Die Schießerei am Mittwochvormittag dauerte etwa 20 Minuten. Mit den Getöteten verbinde ihn nichts, außer, dass alle auf dieselbe Schule gingen. Dabei tötete er sechs Schüler und zwei Erwachsene, darunter die Schulleiterin und eine Krankenschwester. Anschließend schoss er sich selbst in den Kopf und erlag seinen Verletzungen am späten Abend.

Die Kriminalpolizei setzte die Identifizierung der Opfer am Donnerstag fort. Fest steht, dass fünf Jungen und ein Mädchen getötet wurden. Nach Polizeiangaben konnten alle zwölf Verletzten das Krankenhaus wieder verlassen und nach Hause zurückkehren. Noch Donnerstag will die Polizei das Ergebnis der Autopsie bekanntgeben.

Der Maturant hatte seine Tat zuvor in einem Film im Internet-Portal YouTube angedeutet. Unter dem Pseudonym "Sturmgeist89" hatte er ein Video mit dem Titel "Jokela Gymnasium Massaker 7. November 2007" veröffentlicht. (APA)