Graz - Eine alkoholisierte Autofahrerin hat ihr Auto für kurze Zeit im Taxibereich am Flughafen Graz-Thalerhof abgestellt. Bei ihrer Rückkehr soll sie von mehreren Taxilenkern umstellt und attakiert worden sein. Als die Frau nach dem Vorfall Anzeige erstatten wollte, wurde sie wegen Trunkenheit am Steuer selbst angezeigt. Insgesamt sollen vier Beteiligte leicht verletzt worden sein.

Gegen 20.00 Uhr brachte die 31-Jährige aus dem Bezirk Graz-Umgebung zwei Bekannte zum Flughafen in Feldkirchen bei Graz, da die Männer in die Karibik fliegen wollten, so die Sicherheitsdirektion Steiermark. Die Frau stellte ihr Auto im Bereich des Taxistandplatzes ab und begleitete die Urlauber in die Halle. Als die 31-Jährige nach rund zehn Minuten wieder herauskam, soll sie von mehreren Taxilenkern umstellt und bedroht worden sein.

Die Falschparkerin behauptete, einer der Angreifer habe die Autotüre gegen sie geschlagen und sie so leicht verletzt. Ein zweiter, 41 Jahre alter Taxilenker soll auf die Motorhaube ihres Fahrzeuges gesprungen sein. Als die beiden Begleiter der Frau, die den Vorfall mitbekommen hatten, zu Hilfe eilten, dürfte es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, bei der die zwei Männer leichte Verletzungen erlitten. Als besagter 41-Jähriger dann ein zweites Mal auf den Pkw sprang, fuhr die 31-Jährige los und verletzte dabei eine 41 Jahre alte Taxilenkerin leicht am Fuß.

Nach den turbulenten Szenen wollte das mutmaßliche Opfer der Taxlerattacken auf der Polizeiinspektion Unterpremstätten Anzeige erstatten. Dort fiel offenbar auf, dass die Frau alkoholisiert war: Ein entsprechender Test ergab 0,84 Promille. Die Frau wurde angezeigt und musste ihren Führerschein abgeben. Unklar war vorerst, was sich genau abgespielt hat und wie viele Personen beteiligt waren, sagte ein Beamter der Grenzpolizeiinspektion Flughafen.

Bundesbetriebsordnung verletzt

Der in der Wirtschaftskammer zuständige Fachgruppen-Obmann Eduard Ruschka erklärte, die beteiligten Taxilenker hätten die Bundesbetriebsordnung verletzt, laut dieser sich Taxler im Dienst "besonnen, rücksichtsvoll und höflich" verhalten müssten. "Ich verurteile ein solches Verhalten", so Ruschka. Er werde mit den Betroffenen in der kommende Woche Gespräche führen. Davon würden dann die weiteren Schritte abhängen. Die "Unverfrorenheit der Falschparkerin" wäre jedenfalls mit einer Anzeige zu regeln gewesen.