Gebrauchtwagen stehen derzeit so lange wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr unverkauft auf den Plätzen des Fachhandels. Zu diesem Ergebnis kommt eine Unterfrage über Standzeiten, durchgeführt vom Branchendienstleister Eurotax-Glass's.

"Die Standzeiten von Gebrauchtwagen im Kfz-Handel in Österreich sind mit durchschnittlich 139 Tagen je Fahrzeug auf dem höchsten Stand seit Anfang 1995 angekommen", schreibt das Unternehmen in seinem wöchentlich erscheinenden Newsletter Eurotax-Auto-Information.

Leistung steht

Interessanterweise beklagen viele Händler laut der Umfrage, dass ihr Bestand zu niedrig ist: "Trotz der langen Standzeiten bezeichneten 51,2 Prozent der befragten Händler ihren Lagerbestand als zu niedrig. 41,8 Prozent fanden ihn ausreichend und nur 4,2 Prozent zu hoch", liest man in der Fachzeitschrift weiter.

Das nächste interessante Faktum: Eine "Herausforderung" - sprich: schwierig wieder loszubekommen - seien "derzeit vor allem Gebrauchtfahrzeuge mit mehr als 100 kW / 136 PS".

Nicht alles geht

Was sagt die Statistik nun dem gemeinen Autofahrer/-käufer? Erstens: Wenn der Neuwagenmarkt so wie zurzeit eher lahmt (trotz gut laufender Konjunktur warten Privatkäufer noch ab), wird der Gebrauchtwagenmarkt normalerweise - wie kommunizierende Gefäße - bewegt. Allerdings wird, zweitens, in Zeiten wie diesen nicht alles genommen.

Wenn der Spritpreis Rekordhöhen erreicht, gehört einem ein mit schwitzenden Händen erregt ausgesuchter, volle spurtlicher Benzinschlucker mit V6-Motor und Allrad quasi für immer. Der Bestand bei den Händlern wird im Schnitt immer wertvoller, auch das ist ein Zeichen dafür, dass große, schwere, bisweilen exotische Autos als Gebrauchte so gut wie unverkäuflich sind. Dies sollte man beim Neuwagenkauf bedenken. (szem, AUTOMOBIL, 9.11.2007)