Stuttgart - Der stets prestigeträchtige Südgipfel in der deutschen Bundesliga zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern München ist nach den jüngsten Enttäuschungen der beiden Top-Vereine auf der europäischen Fußball-Bühne von besonderer Brisanz. Die seit dem Saisonstart schwächelnden Schwaben stehen am Samstag (15.30 Uhr/live ATV) nach der blamablen Bruchlandung in der Champions League nun noch stärker unter Druck.

Auch die Bayern müssen nach dem vergebenen Heimsieg gegen Bolton Wanderers im UEFA-Cup sowie den beiden torlosen Remis gegen Dortmund und Frankfurt schnellsten wieder auf die Beine kommen. "Wir müssen in Stuttgart ein Zeichen setzen", forderte Trainer Ottmar Hitzfeld von seinen Schützlingen eine Kehrtwende.

Außerdem will der deutsche Rekordmeister beim Titelverteidiger Wiedergutmachung für die 0:2-Schlappe aus der Vorsaison. "Wir haben noch eine Rechnung offen", erinnerte Hitzfeld am Freitag an die jüngste Auswärtsniederlage. Seit jenem 21. April haben die Münchner auf gegnerischem Platz keine Partie mehr verloren. Im Fall eines erneuten Patzers droht dem noch ungeschlagenen Starensemble der Verlust der Tabellenspitze. "Die ganze Liga wartet doch darauf, dass es einen neuen Tabellenführer gibt. Wir sind gewarnt", sagte der Coach vor der 13. Runde.

Der VfB will nach dem schnellen K.o. in der europäischen Königsklasse einen zweiten Tiefschlag innerhalb von drei Tagen verhindern und den leichten Aufwärtstrend in der Liga fortsetzen. "Wir gehen sicher nicht chancenlos in diese prestigeträchtige Begegnung, zumal wir seit langem wieder aus dem Vollen schöpfen können", sagte Armin Veh. Bis auf Arthur Boka und Antonio da Silva kann der VfB-Trainer auf alle Stammkräfte zurückgreifen, auch wenn einige Leistungsträger aus dem Meisterjahr wegen der starken Belastungen "noch lange nicht auf ihrem höchsten Niveau" seien.

Beide Trainer werden im Unterschied zum Europacup ihr Top-Team aufbieten. Bei den Bayern könnte es im Sturm aber ein prominentes "Opfer" geben, nachdem Lukas Podolski dank seiner beiden UEFA-Cup-Treffer gesetzt ist. Ob es Miroslav Klose oder Luca Toni treffen wird, ist offen. Unabhängig von den Personalien wollen die schon zwölf Punkte zurückliegenden Schwaben den favorisierten Bayern im ausverkauften Daimler-Stadion Paroli bieten. Hitzfeld rechnet jedenfalls mit einem bedingungslos kämpfenden Kontrahenten: "Wir werden gejagt in Stuttgart."

Bei einem Umfaller der Bayern könnte der zwei Punkte zurück liegende Hamburger SV an die Spitze stürmen. Die Hanseaten gastieren im zweiten Schlagerspiel der Runde in Gelsenkirchen bei Vizemeister Schalke 04. (APA/dpa)

Programm der 13. Runde:

Samstag 15.30 Uhr:
VfB Stuttgart (Michael Langer) - Bayern München, Schalke 04 - Hamburger SV, Werder Bremen (Martin Harnik) - Karlsruher SC, Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt (Markus Weissenberger), Hertha BSC - Hannover 96, Hansa Rostock - Energie Cottbus

Sonntag 17.00 Uhr: Arminia Bielefeld - 1. FC Nürnberg, VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen