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EURO-Projekt im Jugendgefängnis: Paul Gludovatz (re.) wirft Bälle, Justizministerin Maria Berger (li.) schaut zu.

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Wien - Die Jugendlichen waren begeistert - nicht primär von Justizministerin Maria Berger (SP), die beherzt einen Ball vom Elfmeterpunkt ins Tor drosch, sondern vor allem von Paul Gludovatz, dem erfolgreichen Trainer der österreichischen U20-Nationalmannschaft.

Der Burgenländer hat am Freitag einen Vormittag lang das Training von 20 fußballbegeisterten Jugendlichen und jungen Erwachsenen übernommen, die derzeit in den Justizanstalten Gerasdorf und Josefstadt Haftstrafen absitzen. Gludovatz übte mit den jungen Männern das Kopfballspiel, Passen, Freistöße, und was sonst noch so das Ballestern ausmacht. Die Justizministerin, die das Training mitorganisiert hatte, machte den Ankick und sah Gludovatz dabei zu, wie er den "positiven Teamgeist" der Jugendlichen zu stärken versuchte.

In der Justizanstalt Gerasdorf, der einzigen Strafvollzugsanstalt für männliche Jugendliche und junge Erwachsene, sind derzeit 125 Burschen inhaftiert, ein umfangreiches Schul- und Lehrausbildungsangebot soll das Rückfallrisiko minimieren helfen. Die Übungen mit Gludovatz waren der Auftakt einer Reihe von Trainingseinheiten in Gerasdorf, die bis zur EURO 2008 fortgesetzt werden sollen. Das nächste Training soll ein Jugendcoach der Wiener Austria leiten - und auch Gludovatz versprach, bald wiederzukommen. (red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 10.11. 2007)