"Was ist für Sie Erfolg?", wurden Führungskräfte in Non-Profit-Organisationen (NPOs) gefragt und mit jenen aus For-Profit-Organisationen (FPOs) vom Vienna Career Panel Project (ViCaPP) verglichen, um herauszufinden, woran Manager/Managerinnen dort (FPOs) und da (NPOs) ihren subjektiven Karriereerfolg messen. Dies erklären die folgenden vier Indikatoren:
  • Wirkungsindikatoren: In NPOs steht die Wirkung des eigenen Handelns im Zentrum der Erfolgsbeurteilung. Führungskräfte wollen etwas bewegen, allerdings ist für Illusion kein Platz. Kaum jemand will die Welt verändern, im Fokus bleibt das unmittelbare Umfeld. Für Führungskräfte in gewinnorientierten Unternehmen haben Wirkungsindikatoren generell weniger Relevanz; und wenn von Wirkung die Rede ist, dann dreht es sich schnell um wirtschaftlichen Erfolg.
  • Wahrnehmung durch andere: Die ausgeprägte Identifikation der Führungskraft mit der eigenen Organisation im Non-Profit-Sektor führt dazu, dass ein ansprechendes Image und der gute Ruf der Organisation direkt als persönlicher Erfolg gewertet werden. FPO-Managern/-Managerninnen ist die Anerkennung durch Kunden und Vorgesetzte wichtig, Symbole wie Auszeichnungen besitzen eine hohe subjektive Bedeutung.
  • Finanzielle Indikatoren: Eigenes Einkommen wird in NPOs kaum zur Erfolgsmessung herangezogen. Bedeutsam wird Geld aber, sobald die Organisation ins Spiel kommt. Wer für die eigene Organisation Finanzressourcen lukriert, gilt als erfolgreich. In FPOs ist dieses Geld kein explizites Thema, Geld ist vorhanden. Geht's ums eigene Einkommen, wird Geld relevant, aber auch dann vorrangig als Hygienefaktor.
  • Innere Richtschnur: Das Maß der Erfolgsbeurteilung "bin ich selbst", und es spielt bei FPOs eine stärkere Rolle als in NPOs. Der Grund liegt auf der Hand: Wenn Erfolg über die Wirkungen des eigenen Handelns für andere, also über das erreichte Gute definiert wird, braucht es keine idiosynkratischen Legitimationen. Hingegen sind FPO-Managern/-Managerninnen ihre persönlichen Standards wichtig, die aber immer vage bleiben.
Die Befunde legen eine differenzierte Sichtweise nahe: Weder sind NPOs die Arenen der Revolutionäre/innen, noch sind FPOs die Spielwiesen der Geldfetischisten/innen. (Johannes Leitner* , Der Standard, Printausgabe 10./11.11.2007)