Kinshasa - Im Osten der Demokratischen Republik Kongo (vormals Zaire) haben sich Regierungssoldaten und Anhänger eines abtrünnigen Tutsi-Generals die schwersten Gefechte seit Wochen geliefert. Die Kämpfe seien in der östlichen Provinz Nord-Kivu nahe der Grenze zu Ruanda ausgebrochen, teilte ein Sprecher der UN-Friedenstruppe in dem Land am Samstag mit. Regierungssoldaten hätten dort am Freitag Raketenwerfer eingesetzt, um Stellungen der Kämpfer von General Laurent Nkunda zu beschießen. Ein führende Kommandant der Nkunda-Verbände sagte, seine Kämpfer seien bereit für einen Gegenangriff. Die Armee wollte sich zunächst nicht äußern, auch Opferzahlen wurden vorerst nicht bekannt.

Soldaten der Regierung kämpfen bereits seit Ende August gegen die Anhänger von Nkunda. Damals hatte der General ein Friedensabkommen aufgekündigt und aus Spezialbrigaden der Armee Tausende seiner Anhänger abgezogen.

Die 2006 mit internationaler Hilfe durchgeführten ersten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit der ehemaligen belgischen Kolonie 1960 galten als entscheidend für den Friedensprozess in dem von Ausbeutung und Krieg zerstörten afrikanischen Land, das jedoch nicht zur Ruhe gekommen ist. Seit Jahresbeginn sind bereits mehr als 370.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen.

Präsident Joseph Kabila hatte die Regierungsgeschäfte 2001 als Nachfolger seines ermordeten Vaters Laurent-Désiré Kabila übernommen, der den Langzeit-Diktator Mobutu Sese-Seko vertrieben hatte. 2003 war ein Friedensabkommen der Bürgerkriegsparteien unterzeichnet worden. (APA/Reuters)