Moskau/Kiew - Bei einem schweren Unwetter im Schwarzen Meer sind am Sonntag vor der Halbinsel Krim mindestens vier Schiffe gesunken. Aus einem havarierten Tanker liefen rund 2000 Tonnen Heizöl aus. Insgesamt waren mindestens zehn Schiffe in Seenot geraten. Am schlimmsten wütete der Sturm in der Straße vor Kertsch, wo vier Schiffe sanken, darunter der Heizöltanker "Wolganeft-139" und ein mit rund 2000 Tonnen Schwefel beladener Tanker. Von den verschiedenen Havaristen vor der Küste der Krim wurden insgesamt etwa 20 Mann Besatzung vermisst.

Das mit Heizöl beladene Tankschiff "Wolganeft-139" kenterte in der Straße von Kertsch und brach auseinander, wie die russischen Umweltbehörden mitteilten. Die Besatzung aus 13 Seeleuten klammerte sich an das Wrack. Sie wurden von mehreren Schiffen an Bord genommen und am Abend in den nächsten Hafen gebracht, berichtete die Agentur Interfax. Durch den Ölaustritt sei ein "ernstes Umweltproblem" entstanden, dessen Beseitigung Monate dauern werde, meldete die Agentur Itar-Tass.

Im Gewässer vor der Hafenstadt Sewastopol ertranken zwei russische Seeleute, als ihr mit Metallschrott beladenes Frachtschiff im Unwetter unterging. Der Sturm nahm zum Sonntagabend noch an Stärke zu. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko wies die Regierung des Landes an, die durch das Heizöl entstandenen Umweltschäden in der Meerenge zwischen der Ukraine und Russland so schnell wie möglich zu beseitigen. Kiew stufte das Unglück nicht als Katastrophe ein.

Die russische Staatsanwaltschaft teilte mit, dass das für die Fahrt auf Flüssen und Meeren gebaute Tankschiff "Wolganeft-139" nach ersten Erkenntnissen nicht sturmsicher war. Es hätte deshalb bei dem aufkommenden Sturm im Hafen bleiben müssen.

Das zur Mittagszeit aufziehende Unwetter ließ beinahe im Halbstundentakt die Frachtschiffe in der viel befahrenen Straße von Kertsch kentern. Die Meeresenge verbindet das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer. (APA/dpa)