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Fatah-Anhänger, die an der Gedenkveranstaltung teilgenommen hatte, ergriffen die Flucht, als Unbekannte das Feuer auf den Demonstrationszug eröffneten.

Foto: AP /Khalil Hamra

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Hamas-loyale Sicherheitsbeamte machten Heckenschützen der Fatah für die Ausschreitungen verantwortlich. Die Fatah beschuldigte ihrerseits die Hamas, aus Verärgerung über die große Teilnehmerzahl in die Demonstration gefeuert zu haben.

Foto: EPA/ALI ALI

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Ein verletzter Fatah-Anhänger wird in Sicherheit gebracht.

Foto: AP/Majed Hamdan
Gaza - Mindestens fünf Menschen sind am Montag während einer Massenkundgebung der Fatah-Bewegung im Gazastreifen getötet worden, bei der plötzlich Schüsse fielen. Die Zahl der Todesopfer nannte ein Arzt in einem Krankenhaus von Gaza-Stadt. Andere Mediziner berichteten, mindestens 50 Menschen seien verletzt worden, darunter auch Frauen und Jugendliche.

Hunderttausende Fatah-Anhänger waren in der Stadt zusammengekommen, um ihres früheren Anführers Jassir Arafat zu gedenken, der vor drei Jahren starb. Die Fatah beschuldigte die radikal-islamische Hamas-Bewegung, das Feuer von der benachbarten Islamischen Universität aus eröffnet zu haben. Die Hamas erklärte hingegen, ihre Leute seien beschossen worden und hätten das Feuer nur erwidert.

Machtdemonstration der Fatah

Die Kundgebung anlässlich des dritten Todestages von Arafat im Gazastreifen war offenkundig eine Machtdemonstration der Fatah, deren Kämpfer im Juni von der Hamas vertrieben worden waren. Die Hamas hat nach ihrer Machtergreifung in dem Küstenstreifen alle oppositionellen Kundgebungen untersagt. Ein Verbot der Gedenkfeier für Arafat, der Ikone der palästinensischen Befreiungsbewegung, wäre aber höchst unpopulär gewesen.

Nach Angaben der Organisatoren kamen rund 250.000 Anhänger der Fatah und des Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas in Gaza-Stadt zusammen. Ein Meer gelber Fatah-Fahnen wehte über ihren Köpfen. Viele Demonstranten trugen Bilder Arafats, der am 11. November 2004 starb, und das für ihn typische schwarz-weiße Kopftuch. Als die ersten Schüsse fielen, blieben die Leute zunächst noch geschlossen auf dem Kundgebungsplatz. Dann brach Panik aus und die Menschen rannten auseinander.

Zuvor war bei einem anderen Zwischenfall ein Palästinenser erschossen worden. Nach Fatah-Angaben haben Hamas-Kämpfer auf ein Auto geschossen, mit dem Demonstranten zur Kundgebung fuhren. Die Hamas erklärte, der Mann könnte von Fatah-Leuten erschossen worden sein.

Der Fatah-Funktionär und frühere Sicherheitschef im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, sagte: "Die Leute sind heute auf die Straße gegangen, um Nein zur Hamas zu sagen." Er rufe die Fatah im Gazastreifen auf, weiterhin mit friedlichen Mitteln der Hamas entgegenzutreten. (Reuters)