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Foto: APA/Barbara Gindl

Wien - Die im Juni dieses Jahres vorgestellte Kooperation zwischen dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) zur Verbesserung von Sicherheit und Qualität bei der Darmkrebsvorsorge kann eine erste erfreuliche Zwischenbilanz legen. Bis jetzt haben laut dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger mehr als 40 Untersuchungsstellen, die eine Vorsorge-Koloskopie (Darmspiegelung) durchführen, bei der ÖGGH die Erlangung eines eigenen Qualitätszertifikats beantragt.

 

Darmkrebsvorsorge in Österreich

Pro Jahr erkranken in Österreich rund 5.000 Menschen an Darmkrebs, 2.700 Personen sterben daran. Mit der Neugestaltung der Vorsorgeuntersuchung wurde 2005 die Koloskopie für Patienten ab 50 als neue Vorsorgeleistung aufgenommen. Damit steht eine qualitativ hochwertige und sichere diagnostische Untersuchungsmethode zur Darmkrebsfrüherkennung zur Verfügung. Werner Weiss von der ÖGGH: "Ziel des Programms ist nicht nur das Entdecken von frühen Tumorformen, sondern auch durch die rechtzeitige und sofortige Abtragung von Polypen während der Koloskopie die Entstehung von Tumoren zu verhindern".

Unklare Richtlinien

Derzeit bestehen bei der Vorsorge-Koloskopie bundesweit noch immer unterschiedliche Regelungen sowohl hinsichtlich der Leistungsinhalte als auch der Qualitätskriterien. Hier setzt dieses Projekt an. Probst: "Durch Steigerung und Sicherung der Qualität der gesamten Darmkrebsvorsorge erhalten unsere Patienten damit wesentlich mehr Sicherheit bei dieser Untersuchungsmethode zur Früherkennung von Darmkrebs".

Voraussetzungen für Qualitätszertifikat

Niedergelassene Internisten und Chirurgen sowie Spitalsambulanzen, die die Vorsorge-Koloskopie durchführen, und die von der ÖGGH publizierten Qualitätskriterien erfüllen, können das Qualitätszertifikat bis Ende Jänner des kommenden Jahres beantragen.

Voraussetzung für die Erlangung ist die Erfüllung von strengen Qualitätskriterien wie Routinenachweis des Untersuchers (mindestens 100 Koloskopien im Jahr), qualifiziertes Personal, die Verwendung von Videoendoskopen und eine jährliche Überprüfung der Hygienequalität. Für die Patienten muss es Beratung und Aufklärung bis spätestens 24 Stunden vor der Untersuchung, das Angebot einer Sedierung und eine definierte Nachbetreuung geben. (red)