Standard: Wie haben Sie die jüngsten Vorfälle erlebt, mit welchen Auswirkungen rechnen Sie?

Garics: Ich war schon in Österreich, habe es nur in den Medien mitbekommen. Es ist einfach nur traurig, eine Niederlage für den Fußball. In Italien wird immer groß über Konsequenzen geredet, es geschieht dann aber relativ wenig. Es kann sein, dass künftig nur noch Abonnenten in die eigenen Stadien gelassen werden. Die Napoli-Fans, die nicht zu den ärgsten Gewalttätern zählen, dürfen jetzt schon nicht zu den meisten Auswärtsspielen reisen. Man wird irgendwann vor leeren Rängen spielen. Kein schöne Aussicht.

Standard: Weshalb ist die Gewalt ausgerechnet in Italien ein so großes Problem? In Stadien hängen rassistische Transparente, speziell die Anhänger von Lazio Rom gelten als rechtsextrem.

Garics: Keine Ahnung, der Fußball ist eine große Bühne, die auch für Parolen missbraucht wird. Ich halte das Spiel für unschuldig. Trotteln gibt es überall, das ist keine Frage der Herkunft oder der Hautfarbe. Leider müssen dann vernünftige Leute dafür büßen. Das sorgt für neuen Unmut. Bei jenen, die einfach nur ein Match sehen wollen.

Standard: Haben Sie manchmal Angst?

Garics: Nein, man ist Profi und konzentriert sich auf die Arbeit. Ich muss schauen, dass ich meinen Platz in der Mannschaft verteidige. Von den vergangenen zwölf Partien spielte ich immerhin neun. Man kann sich nie sicher sein, die Luft ist extrem dünn. (hac; DER STANDARD Printausgabe 13. November 2007)