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Venezuelas Präsident Hugo Chavez stößt die Zurechtweisung durch Spaniens König Juan Carlos noch immer bitter auf.

Foto: AP/Fernando Llano
Caracas/Madrid - Nach einem Schlagabtausch auf dem Iberoamerika-Gipfel hat Venezuelas Präsident Hugo Chavez eine Entschuldigung von Spaniens König Juan Carlos gefordert. Falls der Monarch keine Reue für seine verbale Entgleisung zeige, könne dies wirtschaftliche Konsequenzen für Spanien haben, drohte Chavez am Dienstag. "Er sollte sagen... 'Ich, der König, gebe zu, dass ich mich daneben benommen und einen Fehler begangen habe'", sagte der Staatschef.

"Er hat Glück gehabt"

Chavez hat nach eigenen Angaben die deutliche Zurechtweisung durch Spaniens König Juan Carlos auf dem Iberoamerika-Gipfel nicht gehört. "Was sicher ist: Ich habe ihn nicht gehört", sagte Chavez nach seiner Rückkehr von der Veranstaltung in Caracas. "Er hat Glück gehabt, der Herr Juan Carlos. Ich weiß nicht, was ich ihm sonst erwidert hätte." Chavez zufolge war der Ausfall des Königs gegen ihn als Ureinwohner "der Ausbruch von 500 Jahren imperialer Macht".

Spanien will nach dem Eklat auf dem Iberoamerika-Gipfel keine diplomatischen Schritte gegen Venezuela einleiten. Die sozialistische Regierung in Madrid hat nicht vor, den Botschafter in Caracas zu Konsultationen zurückzurufen, berichteten spanische Medien.

Kein Öl in Feuer gießen

Die konservative Volkspartei (PP) hatte der Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero nahegelegt, als Zeichen des Protests den Botschafter zurückzurufen. Wie aus Kreisen des Außenministeriums verlautete, zieht Madrid es jedoch vor, "kein zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen".

Dabei spielte nach Ansicht von Beobachtern auch eine Rolle, dass Spanien als größter ausländischer Investor wichtige Wirtschaftsinteressen in Venezuela verfolgt. Die Großbanken Santander und BBVA, der Mineralölkonzern Repsol YPF, der Telekom-Riese Telefónica und andere spanische Unternehmen investierten in dem lateinamerikanischen Land seit der Machtübernahme von Chávez 1999 über 1,7 Milliarden Euro.

König Juan Carlos hatte Präsident Hugo Chavez auf dem Gipfel in Chile nach mehreren Ausfällen des venezolanischen Staatschefs gegen Spaniens Ex-Regierungschef Jose Maria Aznar erbost aufgefordert, den Mund zu halten. Der Gipfel endete daraufhin mit einem Eklat. (APA/Reuters)