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Die ÖBB erwarten sich kaum Auswirkungen. Ab Donnerstag, 2.00 Uhr früh, wird dann auch der Personenverkehr bestreikt - und das wird die Österreichischen Bundesbahnen durchaus treffen. Einen Notfallplan wollen ÖBB und die Deutsche Bahn heute vorlegen.

Foto: APA/DPA/Hirschberger
Berlin – Nach wochenlangen harten Tarifauseinandersetzungen ohne Annäherung erlebt Deutschland nun den umfassendsten und längsten Bahnstreik seiner Geschichte. Am Mittwochmittag begann die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) zunächst den Güterverkehr zu bestreiken. Für Donnerstag, zwei Uhr morgens, stand dann der Beginn der nächsten Streikwelle auf dem Programm: Die Lahmlegung des Regional- und des Fernverkehrs.

Am Samstagmorgen wollen die Lokführer die Arbeit dann wieder aufnehmen. Läuft der Streik wie geplant ab, dann steht der Güterverkehr für 62, der Personenverkehr für 48 Stunden. Trotz dieser Ausweitung will die Deutsche Bahn hart bleiben und kein weiteres Angebot vorlegen. Sie versucht erneut mit Notfall-Fahrplänen zumindest die Hälfte der Züge auf die Schiene zu bekommen, indem sie beamtete Lokführer einsetzt, die nicht streiken dürfen. Doch auch die Gewerkschaft will nicht nachgeben. Sollte die Bahn ihr aktuelles Angebot nicht schriftlich nachbessern, will die GDL in allen Transportbereichen unbefristeten Streik beginnen. Das Bahnangebot lautet: Bis zu zehn Prozent mehr Lohn (inklusive zwei Stunden Mehrarbeit wöchentlich), eine Einmalzahlung von 2000 Euro, Sonderregelungen für bessere Ruhezeiten und mehr Aufstiegsmöglichkeiten. Die GDL will einen eigenen Tarifvertrag und bis zu 31 Prozent mehr Lohn. Kanzlerin Angela Merkel will weiterhin nicht – wie von Bahnchef Hartmut Mehdorn gefordert – zwischen Kontrahenten vermitteln.

Stark beeinträchtigt durch den Streik wird der Schnellzugverkehr nach Deutschland: 14 Fernverkehrszüge enden in Salzburg und Lindau, von wo täglich nur je ein ICE-Zugpaar abfährt. Die anderen 13 fahren nur in Österreich. 53 weitere Fernverkehrszüge sollten laut ÖBB-Notfallsplan von den Ausfällen nicht betroffen sein, sagte ÖBB-Konzernsprecher Alfred Ruhaltinger. Im Güterverkehr spüre man noch keine gravierenden Lücken, über Beeinträchtigungen im Personennahverkehr nach Bayern wisse man noch nichts. (bau, ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.11.2007)