Frankfurt - Euro und Dollar haben sich am Dienstag von ihren Tiefständen gegenüber dem Yen erholt. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Yen am Vortag ein 18-Monats-Hoch zum Dollar erreicht hatte. Anleger seien wegen der neuesten Auswüchse der Kreditkrise nicht mehr so risikofreudig und lösten in großem Stil sogenannte Carry Trades auf. Dabei leihen sich Anleger Geld in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen und investieren in höher verzinste, aber risikoreichere Anlagen. Lösen sie diese auf, müssen die Anleger ihre Kredite in Yen bedienen, damit steigt der Kurs der japanischen Währung.

Der Euro stieg bis zu Mittag zum Yen um ein Prozent auf 160,73 Yen. Der Dollar verteuerte sich in ähnlicher Größenordnung auf 110,31 Yen. Allerdings werteten Devisenhändler die Erholung nur als leichte Verschnaufpause. "Wenn die Kreditmärkte schwach bleiben, Banken weiter abschreiben und der US-Immobilienmarkt weiter schwächelt, dann werden wir Notierungen von 108,8 Yen pro Dollar sehen", sagte Devisenhändler Sean McGoldrick von Morgan Stanley.

Pessimismus

Zum Euro, der am Freitag auf ein Rekordhoch von 1,4752 Dollar geklettert war, verbuchte die US-Währung leichte Verluste. Der Euro kostete am Dienstag gegen Mittag um die 1,4573 Dollar. Der deutlich gefallene Konjunkturindikator des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hatte Marktbeobachtern zufolge kaum Auswirkungen auf den Kurs. Eine Zinserhöhung durch die EZB sei trotz der konjunkturellen Abkühlung in Deutschland nicht wahrscheinlich, sagte Helaba-Devisenexperte Ralf Umlauf. "Die Daten sind schlechter als erwartet, aber das ist nicht die totale Katastrophe", sagte Lutz Karpowitz von der BayernLB. Fabienne Riefer von der Postbank ergänzte: "Aus meiner Sicht kommt im Moment etwas zu viel Pessimismus in den Erwartungen zum Ausdruck."

Weitere Impulse für den internationalen Handel erwarten sich Marktteilnehmer von der Veröffentlichung der Statistik zu den anstehenden US-Hausverkäufen am Abend. Von den Daten erhoffen sie sich weitere Aufschlüsse zum Ausmaß der US-Immobilienkrise.

Am Rentenmarkt eröffnete der Bund-Future leicht im Minus bei 114,47 Ticks. Die zehnjährige Bundesanleihe lag nahezu unverändert bei 101,08 und rentierte bei 4,107 Prozent. (APA/Reuters)