Moderator Univ. Prof. Michael Meyer (WU Wien); Dr. Hilmar Schneider (Direktor Arbeitsmarktpolitik am Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit); Mag. Thomas Kloibhofer (Vorstand Competence Call Center AG); Staatssekretärin Christine Marek (Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit); DI Dr. Markus Liebl (Generaldirektor Brau Union Österreich AG); Wolfgang Katzian (Vorsitzender GPA-DJP)

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Wird uns in Zukunft die Arbeit ausgehen? Welche Herausforderungen sind in den nächsten Jahren von Politik, Wirtschaft und Arbeitnehmern zu bewältigen? Wie wird Arbeit zukünftig überhaupt definiert? Auf diese Fragen versuchte das 2. Forum Zukunft der Arbeit im Arbeits- und Wirtschaftsministerium Antworten zu geben.

Für Staatssekretärin Christine Marek sind die größten arbeitspolitischen Herausforderungen der Zukunft unter dem Schlagwort "Flexicurity" zusammengefasst. In immer stärkerem Ausmaß wird Mobilität inklusive der Bereitschaft zum Wechsel von unselbstständiger Beschäftigung zum selbstständigen Unternehmer und wieder zurück, notwendig werden. Dazu müsse aber auch ein dichtes Sicherheitsnetz geknüpft werden, das Bewegungen ermöglicht. Es geht auch nicht darum mehr, sondern vor allem auch bessere Arbeitsplätze zu schaffen.

Hilmar Schneider, Vorsitzender des deutschen Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), wies in seiner Keynote-Speech einmal mehr darauf hin, dass die Arbeit mit Sicherheit nicht ausgehen wird. Die Befürchtung, durch technische Innovationen würde es zu einer Reduzierung der Arbeit kommen, ist nicht haltbar. Technischen Fortschritt gab es schon immer, die Arbeit wurde dadurch nicht weniger. Weniger wurde der Aufwand zu Befriedigung der Grundbedürfnisse, dadurch konnten erst neue Bedürfnisse geweckt werden. Auch wenn man die zukünftigen Bedürfnisse nicht kennt, sollte man darauf vorbereitet sein, so Schneider.

Veränderte Arbeitsbeziehungen

Seit Ende der 80er Jahre findet ein organisatorischer Wandel der Arbeitsbeziehungen statt. Teamstrukturen werden anstelle von autoritären Hierarchien geschaffen, Arbeitsanweisungen durch Zielvorgaben ersetzt. Durch erfolgsabhängige Bezahlung wird von den Mitarbeitern eine neue Form der Mitverantwortung verlangt. In Zukunft müssen Arbeitnehmer verstärkt unternehmerisch denken und handeln. Dadurch wird aber auch die Grenze zwischen Freizeit und Arbeitszeit fließend werden. Die Aufgabe der Unternehmer wird es sein, die Mitarbeiter zu einem solchen Handeln auch zu motivieren.

Neben dem organisatorischen Wandel stellen auch die demografischen Veränderungen neue Herausforderungen an den Arbeitsmarkt, für deren Bewältigung man sich aber rechtzeitig vorbereiten kann. Das Wichtigste ist, zu einer nachhaltigen Form der Personalplanung zu kommen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das lebenslange Lernen, wofür als Anreiz dementsprechende Arbeitsperspektiven geschaffen werden müssen.

"Wandel und Veränderung brauchen Sicherheit und Innovation", betonte GPA-DJP-Vorsitzender Wolfgang Katzian. Da jedoch oft die Flexibilität in den Vordergrund gestellt wird, während die Sicherheit vernachlässigt werde, stelle sich heute die Frage, wie Rahmenbedingungen geschaffen werden können, die ein Netz an Sicherheit und individueller Flexibilität zulassen. (Gudrun Ostermann, derStandard.at)