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Foto: APA/dpa/May
Wien/Brüssel - Österreichische Forscher verdienen europaweit am allermeisten. Dies geht aus einer Studie der Europäischen Kommission hervor, die am Dienstag in Brüssel veröffentlicht wurde. Demnach liegt das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen mit 60.500 Euro (kaufkraftbereinigt und einschließlich Sozialversicherungskosten für Beschäftigte und Arbeitgeber) in Österreich an erster Stelle aller EU-Staaten und weit über dem EU-Schnitt von 40.100 Euro. Österreich zählt damit zu einem der wenigen EU-Ländern, die mit jenen Gehältern mithalten können, die in den USA bezahlt werden.

Auch beim Jahresnettoeinkommen liegen die Österreicher mit 30.600 Euro (kaufkraftbereinigt, tatsächlich erhaltene Beträge) in der Spitzenverdiener-Gruppe in Europa, übertroffen nur von der Schweiz (46.400), Luxemburg (40.900) Zypern (39.700), Niederlande (35.600) und Großbritannien (35.400 Euro). Innerhalb Europas gibt es eine enorme Schwankungsbreite, von 9.800 Euro in Bulgarien bis zu 46.400 Euro in der Schweiz. "Diese immensen Gehaltsunterschiede konterkarieren die Freizügigkeit der Forscher und tragen dazu bei, dass unsere Spitzenleute in anderen Regionen der Welt bessere Berufschancen sehen", erklärte EU-Forschungskommissar Janez Potocnik.

Weit unter dem US-Verdienst

So liegt das durchschnittliche Jahresbruttogehalt in Europa mit 40.100 Euro um 23.000 Euro unter dem in den USA üblichen Niveau (62.800), aber auch deutlich unter Australien (62.300), Japan (62.000), ja selbst unter Indien (45.200 Euro). Nur Österreich, die Niederlande, Israel, die Schweiz und Luxemburg haben eine durchschnittliche Entlohnung, die vergleichbar zu jener in den USA ist, wenn man die Lebenshaltungskosten miteinberechnet, heißt es in der Studie.

In den meisten EU-Staaten gibt es einen erheblichen Einkommensunterschied zwischen weiblichen und männlichen Forschern, der in manchen Ländern bis zu 35 Prozent (z. B. Portugal, Tschechien) liegt. In Österreich verdienen Wissenschafterinnen beim Jahresbruttoeinkommen um 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Interessant ist auch, dass in Österreich nur geringe Unterschiede in der Bezahlung zwischen Unis und Wirtschaft bestehen. Laut Studie erhalten Forscher hierzulande in der Wirtschaft im Jahr 65.800 Euro brutto, im Bereich höhere Bildung 62.100 Euro. (APA/red)