Seoul - Die Ministerpräsidenten von Nord- und Südkorea haben am Donnerstag ihre Gespräche über eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit fortgesetzt. Kim Yong-il und Han Duck-soo trafen in einem Hotel in Seoul zusammen, wie das südkoreanische Vereinigungsministerium mitteilte.

Zum Auftakt der ersten Gespräche auf dieser hochrangigen Regierungsebene seit 15 Jahren hatte sich Han am Mittwoch für eine baldige Umsetzung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte ausgesprochen. Neben der Errichtung einer gemeinsamen Fischereizone sprachen beide Seiten auch über den Bau gemeinsamer Werften in Nordkorea und über die Aufnahme eines regelmäßigen Güterzugverkehrs zwischen beiden Staaten. Kim bleibt bis Freitag in Seoul. Er sagte nach seiner Ankunft am Mittwoch in Seoul, nach diesem begeisterten Empfang erwarte er eine freundliche Atmosphäre bei den dreitägigen Gesprächen. Nach dem Gipfelappell für Frieden und wirtschaftliche Zusammenarbeit gelte es nun, die Vereinbarungen umzusetzen, hieß es in einer Erklärung der aus 43 Personen bestehenden nordkoreanischen Delegation.

Zusammenarbeit

Auf der Tagesordnung stehen auch der Bau gemeinsamer Werften und die Verbesserung der Lebensbedingungen für südkoreanische Arbeiter in der gemeinsamen Industriezone in Kaesong, einer nordkoreanischen Grenzstadt. Ein weiteres Thema soll die Ausweitung der Familienzusammenführung sein.

Anlagen unbrauchbar machen

Nordkorea hat in Zusammenarbeit mit US-Experten damit begonnen, die Anlagen in seinem umstrittenen Atomzentrum Yongbyon unbrauchbar zu machen. Gemäß einer internationalen Vereinbarung will Nordkorea bis Ende 2007 die Anlagen untauglich machen und sein gesamtes Atomprogramm offenlegen. Im Gegenzug winken dem verarmten Land umfangreiche Wirtschaftshilfen und Energielieferungen. (APA/AP/AFP)