Wien - 14 Fernverkehrszüge sind heute vom Strik bei der Deutschen Bahn betroffen. Die Deutsche Bahn stellte Ersatzfahrpläne auf, durch die im Fernverkehr etwa zwei Drittel und im Nah- und S-Bahn-Verkehr etwa die Hälfte der Züge fahren sollen. Der Streik dauert bis Samstag 2.00 Uhr früh.

Strecke Salzburg-München

Betroffen ist vor allem die Strecke Salzburg-München. 53 weitere Fernverkehrszüge zwischen Österreich und Deutschland sollen von den Ausfällen nicht betroffen sein, erklärte ÖBB-Konzernsprecher Alfred Ruhaltinger. Die ÖBB empfehlen Reisenden in Richtung Deutschland, sich dort zu informieren bzw. rechtzeitig vor Reiseantritt die Hotline der Deutschen Bahn (Tel.: 0049/1805 334444) zu kontaktieren.

Im Fernverkehr werden am Grenzübergang Salzburg nur der ICE 116 (Wien-München, Abfahrt 06:14 Uhr) und der 117 (München-Wien, Abfahrt 17:23 Uhr) durchgehend bis/ab München fahren, alle anderen EC/IC enden bzw. beginnen in Salzburg.

Der OEC 69 (München-Wien, Abfahrt 15:26 Uhr) fährt nicht, eine Ersatzreisemöglichkeit ist laut ÖBB der IC 741 (Salzburg-Wien, Abfahrt 17:10 Uhr). Im Grenzübergang Lindau verkehrt der IC 118 (Innsbruck-Münster, Abfahrt 9:10 Uhr) und der IC 119 (Münster-Innsbruck, Abfahrt 07:27 Uhr) nur zwischen Innsbruck und Lindau. Auf der Strecke München-Innsbruck-Italien sollen alle Züge planmäßig unterwegs sein.

Güterverkehr im Osten könnte zum Erliegen kommen

Deutsche-Bahn-Logistik-Vorstand Norbert Bensel schloss Produktionsausfälle durch den Streik im Güterverkehr nicht aus. Die Besorgnis in der Industrie sei gewachsen, sagte Bensel. Die Bahn erwartet vor allem, dass der Güterverkehr im Osten nahezu zum Erliegen kommt.

Hamburger Hafen fürchtet schwere Folgen

Auch der größte deutsche Hafen in Hamburg fürchtet schwere Folgen. "Wir rechnen mit Störungen, zumal wir die Reste vom letzten Streik noch nicht abgearbeitet haben", sagte eine Sprecherin der Hafenbehörde. Bei dem 42-stündigen Ausstand der vergangenen Woche sei vor allem im Hinterland "viel stehen geblieben. Das kam nach Streikende wie eine große Welle auf den Hafen zugerollt und muss jetzt weggearbeitet werden".

Bis zu 30 Prozent mehr Autos auf den Straßen

Im deutschen Güter- und Personenverkehr hat der Streik am Donnerstag zu deutlich mehr Verkehr auf Deutschlands Straßen geführt. In den Großstädten und Ballungszentren, wo die Lokführer die S-Bahnen bestreikten, seien schätzungsweise 20 bis 30 Prozent Autos mehr als sonst unterwegs gewesen, sagte ein ADAC-Sprecher in München. Das habe vielerorts zu längeren Staus geführt. In Süddeutschland habe das Winterwetter zudem für mehr Pannen und Unfälle gesorgt, so dass der Verkehr zusätzlich behindert wurde. Eine ähnlich angespannte Lage erwartet der ADAC auch am Freitag. (APA/AFP)