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2006 hat Österreich - bis vor wenigen Jahren noch ein klassisches Strom-Exportland - unterm Strich 36.500 GWh Strom eingeführt, und heuer dürfte der Importsaldo um 2 Prozent auf 37.300 GWh steigen.

Foto: APA/DPA/Rossi
Wien - Die Belastung der Stromnetze in Österreich, aber auch an den Schnittstellen zum Ausland, wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Grund dafür ist primär der starke Windkraft-Ausbau in Deutschland, der sich europaweit auswirkt, sowie im Inland der "Druck" des Stroms aus dem Norden in den Süden. Abhilfe schaffen kann dabei die Fertigstellung des 380-kV-Ringes, dessen letzte Lücken aber erst 2009 (Steiermarkleitung) bzw. 2013/14 (Salzburg) geschlossen sein dürften, wie der Vorstand der Verbund-Netztochter APG schätzt.

Ein großes Problem für die Übertragungsnetze in Mitteleuropa sei die hohe installierte Windkraft-Kapazität in Deutschland, die mit 20.000 MW ein Drittel der Gesamtanlagen ausmache, aber natürlich stark schwankungsanfällig sei. Sollten noch weitere 10.000 MW im Nachbarland dazukommen, werde dies die Lage verschärfen, sagte APG-Vorstandsdirektor Heinz Kaupa am Mittwoch - ganz zu schweigen vom deutschen AKW-Ausstieg, der auch für Österreich Stromimporte erschweren könnte, wie diese Woche schon E-Control-Chef Walter Boltz betonte. Neue Kraftwerke würden oft an Küsten nahe Häfen errichtet (Stichwort: LNG, Kohle), "wo sie für die Netzstabilisierung aber nichts bringen".

Strom wird eingeführt

2006 hat Österreich - bis vor wenigen Jahren noch ein klassisches Strom-Exportland - unterm Strich 36.500 GWh Strom eingeführt, und heuer dürfte der Importsaldo um 2 Prozent auf 37.300 GWh steigen, erwartet Kaupa. An vielen Tagen sei heuer bereits der halbe Verbrauch aus dem Ausland bezogen worden, in der Spitze bis zu zwei Drittel. Die Tages-Schwankungsbreite zwischen maximalen Importen und Exporte habe sich von 5.622 MW im Vorjahr auf heuer bisher 5.925 MW erhöht.

Die APG müsse für das Strom-Engpassmanagement aufgrund fehlender Netzkapazitäten (samt den ebenfalls stabilisierenden Phasenschiebern) heuer 20 Mio. Euro und kommendes Jahr 25 Mio. Euro aufwenden und damit bereits über 10 Prozent ihrer gesamten Tarife von 240 Mio. Euro jährlich, rechnet der kaufmännische APG-Direktor Thomas Karall vor. (APA)