Peking - Ein chinesischer Bürgerrechtsaktivist ist nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Anwalt Guo Feixiong sei am Mittwoch von einem Gericht in der südchinesischen Provinz Guangdong "unerlaubter Geschäftspraktiken" für schuldig befunden worden, berichtete die in den USA ansässige Gruppe Human Rights Watch in China und sprach von einem "politisch motivierten Urteil". Das Gericht wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Guo hatte ein Sachbuch über einen politischen Skandal in der Stadt Shenyang veröffentlicht, wie die Menschenrechtsorganisation erklärte. Weitere Einzelheiten über das Buch wurden nicht bekannt. Außerdem soll er Dorfbewohner in der Nähe von Guangzhou (Kanton) im Kampf gegen korrupte Beamte unterstützt haben. Guo legte nach Angaben seines Anwalts ein Geständnis ab, nachdem er gefoltert worden war.

Kampagne gegen Dorfvorsteher

Guo, der auch unter dem Namen Yang Maodong bekannt ist und seit seiner Verhaftung im September vorigen Jahres im Gefängnis sitzt, habe die Bewohner der Dorfes Taishi in der Provinz Guangdong in den Jahren 2005 und 2006 bei ihrer Kampagne zur Absetzung des Dorfvorstehers wegen Korruption rechtlich beraten. Damals hatten Sicherheitsleute und offenbar von örtlichen Behörden angeheuerte Schläger Dorfbewohner brutal verprügelt.

Aufsehen erregte der Fall des Bürgerrechtsaktivisten Fu Xiancai, der sich für die Entschädigung von Bauern eingesetzt hatte, die wegen des Baus des umstrittenen Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtse zwangsumgesiedelt wurden. Fu ist seit einem Überfall von Schlägertrupps, der nach einem kritischen Fernsehinterview auf ihn verübt wurde, vom Hals abwärts gelähmt.

Auch Gao Zhisheng, einer der bekanntesten Menschenrechtsanwälte Chinas, wurde wiederholt von Geheimpolizisten drangsaliert. Er ist Träger des österreichischen Kreisky-Preises für Menschenrechte und hatte die USA aufgerufen, die Olympischen Spiele 2008 in Peking zu boykottieren. (APA/dpa/AP)