Wien - Ein britischer Investmentfonds hat nach einem Bericht des am Freitag erscheinenden Nachrichtenmagazins Format eine Klage gegen den Vorstand des börsennotierten Mischkonzerns A-Tec Industries eingebracht. Die auf den Cayman Islands beheimateten Investoren sollen Firmengründer und Vorstandschef Mirko Kovats vorwerfen, ohne Genehmigung der Hauptversammlung einen "existenzbedrohenden Einkauf" im Kupfergeschäft getätigt zu haben. Um welche Investorengruppe es sich handelt, verrät der Artikel nicht.

Konkret sind Kovats 15-Prozent-Einstieg bei der Norddeutschen Affinerie (NA) sowie der Erwerb von 25,01 Prozent am belgischen Kupferproduzenten Cumerio gemeint. In der Klage heißt es, der Beteiligungserwerb habe nur "durch hohe Kreditaufnahme umgesetzt werden (können) und ist extrem kosten- und risikobehaftet." Dem Beklagten sei es "verwehrt, ohne Zustimmung der Hauptversammlung einen derartigen existenzbedrohenden Einkauf vorzunehmen." Kovats solle offen legen, wie das Geld der Investoren eingesetzt werde.

Kovats erklärte gegenüber dem Magazin, dass das Schreiben offiziell noch nicht zugestellt worden sei. Danach werde er auf seiner Homepage Stellung nehmen. Die Aktien der A-Tec mussten an der Wiener Börse gegen 16 Uhr einen Kurseinbruch von 7,6 Prozent auf 127,00 Euro hinnehmen. Im Tagestief wurden heute die 120 Euro markiert, ein Minus von 8,36 Prozent.

Kovats will Klage der FMA übergeben

Die Klageschrift des Fonds gegen die Geschäftsführung der A-Tec ist noch nicht eingetroffen, der mutmaßliche Kläger sei aber nicht nur ihm, sondern auch Finanzkreisen nicht bekannt. Man werde die Klage, wenn sie eintreffe, "gegebenenfalls der Finanzmarktaufsicht zur Verfügung stellen", sagte Firmenchef Kovats bei einer Quartalspressekonferenz der A-Tec am Donnerstag.

Wie das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat ein ungenannter britischer Investmentfonds Klage gegen den A-Tec-Vorstand eingebracht, mit dem Vorwurf, er habe ohne Genehmigung der Hauptversammlung einen "existenzbedrohenden Einkauf" im Kupfergeschäft getätigt. Gemeint ist damit Kovats Einstieg bei der Norddeutschen Affinerie (NA) sowie der Erwerb von 25 Prozent am belgischen Kupferproduzenten Cumerio.

Den Inhalt der Klage bezeichnete Kovats als "lächerlich". Im vergangenen Juli habe sich ein österreichischer Anwalt Martin Löffler namens einer "Universal BM Ltd." beim ihm gemeldet und ihm eine Klage angedroht. Die A-Tec habe dem Rechtsvertreter eine Woche später zurückgeschrieben und den Sitz der Gesellschaft, die Namen der Zeichnungsbevollmächtigten und die Zahl gehaltenen Aktien erbeten. Seither habe man nichts mehr von Universal BM Ltd. gehört. Der Fonds sei in Finanzkreisen unbekannt. (APA)