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Foto: APA/AP/Knippertz
Österreichs zweitgrößter Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria plant einen rigorosen Mitarbeiterabbau. Von den zuletzt 1.650 Jobs soll rund ein Fünftel wegfallen, hieß aus Unternehmenskreisen am späten Mittwochnachmittag zur APA. Die Rede war von über 300 Betroffenen - rund 100 davon sollen über den natürlichen Abgang das Unternehmen verlassen. Für die übrigen ist ein Sozialplan im Gespräch. Die Einschnitte dürften damit noch gravierender sein als zunächst angenommen. Das "Format" hatte vorab von 250 Betroffenen berichtet.

Im mittleren Management

Jobs abgebaut werden sollen laut den Kreisen vor allem im mittleren Management, also in der Verwaltung und in Bereichen, wo es Überschneidungen mit dem 2006 übernommenen Konkurrenten tele.ring gibt. Der operative Bereich, etwa Call-Center und Shops sollen nicht betroffen sein.

Verhandlungen laufen

Dem Vernehmen nach verhandeln Betriebsrat und Management noch. Eine Bestätigung von Unternehmen oder Belegschaftsvertretung gibt es noch keine. Den Unternehmenskreisen zufolge soll morgen Donnerstag eine Pressekonferenz stattfinden.

Harter Sparkurs

Der T-Mobile-Mutterkonzern Deutsche Telekom verfolgt derzeit einen harten Sparkurs. Bis 2010 will der Konzern rund 5 Mrd. Euro einsparen. Im Zuge dessen sollten nach bisherigen Plänen bis 2008 konzernweit 32.000 Stellen wegfallen. Es dürften aber noch mehr werden. Beobachter gehen davon aus, dass das Deutsche Telekom-Management demnächst neue Ziele verkünden könnte. Parallel dazu laufen bereits Auslagerungen und Kooperationen mit externen Firmen. Im Zuge dessen sollen noch einmal mehr als 35.000 Mitarbeiter den Konzern verlassen.

T-Mobile Austria hatte erst im Vorjahr den Konkurrenten tele.ring übernommen. 450 tele.ring-Mitarbeiter wechselten damals in die T-Mobile-Zentrale. Bis Ende 2006 hat das Management im Zuge dessen Kündigungen ausgesetzt. Dass es danach zu einem Mitarbeiterabbau kommen werde, hatte sich bereits abgezeichnet. Erst vor kurzem - im dritten Quartal - hat T-Mobile die Integration abgeschlossen. Neo-Chef Robert Chvatal hatte dennoch nach seinem im Frühjahr lediglich eine Senkung des Personalstands auf 1.600 Mitarbeiter bis 2009 in Aussicht gestellt.

Viele freiwillige Abgänge

Viele Mitarbeiter sollen laut "Format" zuletzt bereits freiwillig abgegangen, heißt es im "Format". Seit Jahresbeginn hätten schon mehr als hundert Mitarbeiter, darunter Geschäfts- und Bereichsleiter, T-Mobile verlassen. Als Gründe seien innerhalb der Belegschaft unter anderem fehlende Perspektiven und der anhaltende Spardruck genannt worden, nachdem Kampftarife die Handybetreiber auf die Kostenbremse steigen hätten lassen.

Die jetzige Kündigungswelle ist nicht die erste bei T-Mobile. Schon 2004 hatte T-Mobile in einer Sparwelle 230 Mitarbeiter abgebaut. In der Spitze waren T-Mobile und tele.ring zusammen in den vergangenen Jahren auf rund 2.500 Mitarbeiter gekommen.(APA)