Österreichs Fluglinien und anderen Ticketanbieter versuchen auf ihren Internetseiten offenbar nicht ihre Kunden mit niedrigeren Preisen oder Zwangs-Versicherungen zu ködern. Wie eine erste koordinierte Untersuchung von 447 Webseiten mit Flugangeboten in 15 europäischen Ländern ergeben hat, wurden auf den 20 in Österreich überprüften Seiten keine irreführenden Preisangaben oder unfaire Vertragsbedingungen gefunden. Generell gab es aber – wie berichtet- bei jeder zweiten Ticket-Homepage Probleme.

Bruttopreisauszeichnung von Flugtickets

Grund für das gute Abschneiden Österreichs, gerade bei den Preisangaben der Tickets, ist nicht zuletzt, dass die Bruttopreisauszeichnung von Flugtickets seit 2006 gesetzlich vorgeschrieben ist, räumt der Sektionschef für Konsumentenschutz im Sozialministerium, Arnulf Komposch gegenüber der APA ein. Außerdem sei das Ministerium gegen Verstöße schon bisher mit Klagen vorgegangen. Auch Billig-Angebote seien am Tag der Prüfung verfügbar gewesen. Wer genau geprüft wurde, will das Ministerium – ebenso wie die EU-Kommission – nicht veröffentlichen, nur soviel: Webseiten von Fluglinien, die Österreich oder Grenzstädte anfliegen sowie Reisevermittler.

Handlungsbedarf

Handlungsbedarf sieht Komposch noch bei den Umbuchmöglichkeiten und den Informationen darüber. Probleme mit Vertragsbedingungen oder inkludierten Storno-Versicherungen seien nicht speziell geprüft worden.

EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kunewa kündigte am Mittwoch in Brüssel weitere solche koordinierten Stichproben-Untersuchungen in der EU an. Die nächste soll noch vor Jahresende stattfinden, der genaue Bereich wird aber geheim gehalten. Die Beteiligung der Mitgliedstaaten ist freiwillig, die konkreten Prüfungen führen die nationalen Behörden durch. Ihnen obliegt es auch, die Informationen – mehr oder weniger detailliert – nach Brüssel zu melden und die Unternehmen aufzufordern, eventuelle Verstöße gegen das Verbot irreführender Werbung bzw. unfairer Vertragsbedingungen zu korrigieren und notfalls Strafen zu verhängen oder die Internetseite sogar zu schließen.

Schwarze Schafe

Schwarze Schafe unter den Airlines, die weiter mit Sonderangeboten werben, zu denen dann noch Flughafentaxen, Kredikartengebühren, Kerosinaufschläge dazu kommen oder sonst nicht gesetzeskonform sind, will Kunewa Anfang Februar publik machen. Konkrete Maßnahmen kann die EU-Kommission im Verbraucherschutz nicht setzen, sondern nur die Mitgliedstaaten.(APA)