Nach gemütlichem Zusammenhocken schaut die Küche von Porsche Design und Poggenpohl nicht aus.

Foto: Hersteller

Ihr Name P'7340 klingt auch nicht danach. Hermachen tut sie dafür umso mehr.

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Die Cif-Flasche trägt man am besten am Gürtel, denn zu diesem Ort passen Fettspritzer so gut wie ein Wohnwagen hinter einen 911er Porsche. Speziell Männer sollen auf diese extrem puristische Küchenzeilen abfahren, denn das steigende Interesse von Mannsbildern an Topf und Deckel sei kein Stammtischwitz, sondern Trend. Das weiß man auch bei Porsche Design und Poggenpohl, die diese Küche in Kooperation entwickelt haben. Wie auch immer, die Kochstätte P'7340 macht ganz schön was her. Sie ist eine Hommage an den rechten Winkel und richtet sich nach Auskunft von Poggenpohl, no na, an eine Käuferschicht, die auch den dazu passenden Sportflitzer in der beheizten Garage stehen hat.

Aluminium, Glas und Eichenholz

Die Küche erinnert oberflächlich betrachtet an ein raumfüllendes iPhone, sie ist mit allerlei gut versteckten Systemen ausgerüstet und basiert auf unterschiedlichen Rahmen aus Aluminiumprofilen. Modulares System sagt man dazu und genau das macht individuelle Gestaltung möglich. Wo man allerdings sein Geschirrhangerl hin hängt, erschließt sich einem nicht gerade auf den ersten Blick.

Dass eine Küche, die auf den Namen P'7340 hört, nicht aus gedrechseltem Zirbenholz getischlert wird, liegt auf der Hand. Aluminium in den Möbelkörpern, integrierte Beleuchtung, satiniertes oder glänzendes Glas - viel kühler kann Formensprache kaum sein. Damit es einen vor lauter dunklem Glanz und Glätte nicht fröstelt, wird bei der Frontgestaltung auf Holz gesetzt, nämlich auf Dark Oak oder Driftwood, was heißt: dunkles Eichenholz oder stark gebürstete Kiefer.

Ein leichter Klaps

Natürlich werden die Schränke und Laden wie bei anderen Nobelhobel-Küchen nicht mit Griffen geöffnet, sondern über leichtes Antippen zum Sich-Auftun animiert, wobei auch hier der gemeine Fingerabdruck lauert. Nach dem Andrücken wird ein so genannter Distanzstift aktiviert, der die Tür oder Lade motorisch einige Zentimeter nach vorn schiebt. Ein leichter Klaps und die Lade zieht sich beim Schließen auf den letzten Zentimetern wieder brav in die Ausgangslage zurück. Handfestere Küchenkerle, die nicht im Dunklen tapsen wollen, können die Küchenkastln auch mit Griffstangen aus gebürstetem Aluminium haben. Ob das und die Küchengeräte aus dem Hause Miele, die natürlich über Sensortasten bedient werden und über Dialog-Displays verfügen, ausreicht, um den Mann tatsächlich heim an den Herd zu holen, bleibt fraglich. Multifunktionale Lichtsysteme - und Achtung, jetzt kommt's - ein High-Tech-Audio-Video-System klotzen da als Lockstoffe schon mehr. Dessen alutitanfarben (muss man vielleicht zwei Mal lesen) eloxierte Alu-Rahmen umfasst rückwärtig lackiertes Glas, die Elektronik des LCD-Einbaumoduls ist durch eine Hinterglasinstallation vor Schmutz und Spritzwasser geschützt.

Gekocht wird in der P'7340, diesem Darth Vader des Küchenkosmos, freilich auch nur mit Wasser und das frühestens im Frühjahr 2008, wenn die Strenge Kamer in den Handel kommt. (Michael Hausenblas/Der Standard/rondo/16/11/2007)