GORILLAZ
D-Sides
(EMI)

Albumcover: EMI

WIRE
Read & Burn 03
(www.pinkflag.com)
Das große britische (Post-)Punk- und Konzeptualisten-Quartett meldet sich nach vierjähriger Pause mit dem dritten Teil der 2002 im Eigenverlag gestarteten Soundforschungs- und Klangentwicklungsserie Read & Burn zurück, die damals das Comeback dieser richtungsweisenden Band einleitete. Der alte Minimalismus und der melancholische Cockney-Gesang sind geblieben. Ebenso die Wucht der mitunter mit einem einzigen Akkord auskommenden Stücke. Dazu sägen und quengeln, zirpen und schnattern die Gitarren. Ganz groß!

GORILLAZ
D-Sides
(EMI)
Das großartige Comics-Pop-Projekt von Damon Albarn veröffentlicht auf einer Doppel-CD ausgesuchte Remixes eigener Songs von angesagten Dancefloor-Fachkräften wie DFA, Hot Chip oder Junior Sanchez. Die andere Hälfte dieser mit britischem Understatement als Ausschussware verkauften Kompilation bietet Single-B-Seiten und Raritäten. Aus derartig qualitätsvollen Abfallprodukten würden andere Bands reguläre Alben produzieren.

THE JON SPENCER BLUES EXPLOSION
Jukebox Explosion
(In The Red/Trost)
Seltene Singles von einer der noch immer wildesten und vor allem live besten Bands des Planeten. Dass bei diesem New Yorker Trio der Punk nichts weniger, aber auf jeden Fall sehr viel mehr als eine mit schnellmachender Unterhaltungschemie auffrisierte Form von Blues ist, ist jetzt hoffentlich allen klar: "Push some air!"

ZEITKRATZER
Lou Reed Metal Machine Music
(Asphodel)
Am 17. März 2002 interpretiert Zeitkratzer, ein verdientes Ensemble für Neue Musik, weniger Ton für Ton, vielmehr Geräusch für Geräusch, den bis heute unhörbaren, anmaßenden und doch auch ziemlich beeindruckenden Feedback-Lärmbrocken des bösen alten Mannes aus New York. Der stammt ursprünglich aus dem Jahr 1975 und ist ein Grundstein des Noise Rock. Auf dem konnten dann auch später die Neubauten einstürzen. Am Ende dieser 64 Minuten greift der Meister als wohlwollender Gast noch selbst in die Saiten. Auf einer beigelegten DVD kann man das mitverfolgen. Die Welt ist verrückt. (schach / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.11.2007)